Der intelligente Stromzähler und der Spareffekt

Ab 2010 wird er per Gesetz Pflicht für alle Stromkunden: der elektronische Stromzähler. Alle Stromanbieter sind angehalten, die alten Zähler mit der Laufscheibe gegen einen intelligenten Stromzähler zu tauschen. Der intelligente Zähler meldet im Abstand von wenigen Minuten über ein Signal im Stromkabel den aktuellen Verbrauch an den Anbieter.
Die Bundesregierung erhofft sich durch den Wechsel einen transparenteren Strommarkt mit individuellen Verbrauchstarifen. So soll es später möglich sein, in den verbrauchsarmen Zeiten (abends und nachts) dem Kunden einen günstigeren Tarif anbieten zu können. Und die Anbieter erhoffen sich dadurch, die zur Verfügung stehende Strommenge intelligenter verteilen zu können. Lastspitzen und Leerlaufphasen in Kraftwerken könnten somit abgefedert werden.

„Transparente Kunden“ statt Transparenz für die Kunden
Der elektronische Stromzähler ist eine Mogelpackung. Durch die Hintertür wird eine Dauerüberwachung des Kunden eingeführt. Der Stromanbieter kann über den neuen Zähler genau feststellen, wann die Personen den Haushalt (morgens) verlassen und abends (nach der Arbeit) wieder zurück kommen. Oder wann die im Haushalt lebenden Personen im Urlaub sind. Oder aber auch, ob der Haushalt „dauerbesetzt“ ist bspw. durch Selbständige, Mütter mit Kindern, Hartz-IV-Empfänger, usw. Der Stromkonzern, der mir die elektrische Energie liefert, kennt zukünftig sehr detailliert meinen Tagesablauf und meine Urlaubszeiten. Es nur eine Frage der Zeit, bis die Regierung ein Gesetz entwickelt, um auf diese Daten im Terrorfall(!?) oder bei Verdacht auf Sozialbetrug zugreifen zu dürfen.

Spareffekt für den Kunden?
Die Testkunden eines EnBW-Pilotprojektes waren durchweg begeistert vom intelligenten Stromzähler. Die sogenannten Pioniere konnten ihren Stromverbrauch um ca. 5 Prozent senken. Dies gelang ihnen durch den stetigen Blick auf die stundengenaue Abrechnung bzw. das Lastprofil des Tages. Welch Irrsinn. Müssen wir uns jetzt täglich vor den PC setzen und den aktuellen Tagesverbrauch abrufen, um stromfressende Geräte oder Optimierungsmöglichkeiten im Verbrauch feststellen zu können? Wer hat die Zeit dazu?
Eines ist doch schon jetzt gewiss: je weniger wir in Zukunft an Strom verbrauchen werden, umso mehr wird die Kilowattstunde kosten. Denn die Energiekonzerne haben nichts zu verschenken. Erst erhöht man kräftig im Voraus die Tarife, damit man dann mal 3 Prozent weniger Einnahmen verbuchen kann. An der Börse gelten hingegen andere Grundsätze. Da muss der Gewinn eines Energiekonzerns jedes Jahr steigen. Also werden auch die Strompreise ständig steigen – ob mit oder ohne elektrischen Stromzähler.

Einen interessanten Nebeneffekt haben die intelligenten Stromzähler allerdings. Sie verbrauchen weitaus weniger Energie als die alten, klassischen Drehstromzähler (zwischen 30 und 90 kWh/Jahr). Im Schnitt liegt der Nettospareffekt bei den neuen Zählern bei ca. zwei Drittel also zwischen 20 und 60 kWh/Jahr. Alleine dies gibt eine Ersparnis von ca. 8 Euro im Jahr. Dafür gibt es die Dauerüberwachung gratis obendrauf. Einmal freuen bitte.

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3 Antworten zu Der intelligente Stromzähler und der Spareffekt

  1. Elenor F. 25. September 2009 um 11:05 #

    Muß ich jetzt immer bis 24 °° aufbleiben ,damit ich lächerliche 5% Strohm im Jahr sparen kann ? Oder ich muß mitten in der Nacht aufstehen um die Waschmaschine einzuschalten. Ich brauch meinen Schlaf!!
    Wieso soll ich sparen , der Windkraftstrom soll gar nicht voll genutzt werden können.
    Wer bezahlt die Internetverbindung für die Übertragung der Daten – ich bin nicht bereit dafür zu zahlen !!Das ist doch alles Lug & Trug.
    So werden die Energiekonzerne zukünftig den Strom nach gut dünken rationieren und so die Kunden erziehen.Das klingt nach bevormundung und Einschränkung. Ich habe weder Zeit noch lust , ständig meinen Verbrauch zu kontrollieren ,denn das gleiche blüht mir mit Wasser und Gas.
    Die EU sollte nicht unser aller Privatleben kontrollieren und über unsere Freizeit verfügen.
    Das macht mir wirklich Angst !!

  2. Elenor F. 25. September 2009 um 11:48 #

    Nachtrag !
    Außerdem ist es Aufgabe der Hersteller von Technik , die Geräte so zu bauen , das sie wenig Strom verbrauchen.
    Wer weiß , welche Daten noch von meinem Router abgezapft werden ? Ist das vieleicht eine Schnittstelle für den totalen Eingriff ins Privatleben !? Wir haben faktisch so gut wie keinen Datenschutz mehr – es ist Zeit zu handeln !!! ALARMSTUFE rot !!!!
    Ich muß mich wohl in Zukunft vor der EU rechtfertigen , warum ich soviel Strom verbrauche ,das geht entschieden zu weit. Wenn wir dann alle Vollversorgt sind über das Netz,haben dann die großen Energieversorger die Möglichkeit uns vollständig auszuplündern,denn wer kann schon immer nachts aufbleiben, um sagen wir für einen großen Haushalt mehrere Maschinen zu waschen ,da seh ich ein großes Problem.
    Strom abschalten bei nicht bezahlten Rechnungen können die doch schon immer.Das kommt alles genauso wie im schlimmsten Alptraum. Alles übers Internet !? Was machen Menschen die kein INet haben ,können Die nicht mehr am normalen Leben teilnehmen. Werden zu Ausgestoßenen oder sie verden Zwangsvernetzt.Ein ist klar : Die EU entwickelt sich zu einer diktatorischen Organisation !!!
    Ich bin Stinksauer !

  3. Anonymous 14. Juli 2010 um 19:06 #

    In Berlin wurde heute von Vattenfall der erste „Smart Meter“ installiert. Gezeigt wurde im Fernsehn ein Rentnerehepaar, die sich auf den Einbau tierisch geferut haben. Der Opi meinte, dass er nun endlich sehen kann, wo seine Stromfresser sind. Und dann? Was macht er mti dem Wissen? Das ist doch pupse, ob ich weiß, dass mein Fernseher mehr Strom verbraucht als meine Stereoanlage.
    Die Frage vom Moderator an so nen Vattenfall-Typ war toll: „Mit dem Smart Meter soll man Strom sparen. Sie wollen doch aber Strom verkaufen. Wie passt das zusammen?“

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