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„Rosins Restaurant“ verursacht Sodbrennen

Das Land braucht keine weiteren Kochshows. Auch keine weiteren Coaching-Formate. Bei kabeleins denkt man hingegen antizyklisch und tischt sogar das ganz große Programm auf. Jeden Donnerstag gibt es volle 95 Minuten „Rosins Restaurants – Ein Sternekoch räumt auf!„. Wer sich die insgesamt 135 Minuten (inklusive Werbung) vor dem Fernseher quält, braucht danach eher ein „Renny“, das räumt zumindest den Magen auf.

Die Sendung vom letzten Donnerstag hat bei mir eindeutig Sodbrennen verursacht. Sternekoch Rosin besuchte Mohamed Moselhy. Der hatte zuletzt 80.000 Euro in den Umbau seines Restaurants „Portofino“ investiert. Doch all der Bemühungen steuert der Besitzer auf eine Insolvenz zu. Wieso? Dafür findet Rosin deutliche Worte: das Essen schmeckt – natürlich – nicht. Und was angeboten wird, ist unterste Schublade. Logisch. Das ist vorher niemand so recht aufgefallen. Da braucht es extra das Fernsehen dazu.

Geboten wurde in der Sendung ein Einheitsbrei aus den Coaching-Formaten. Ein aufgebrachter Frank Rosin, der stellenweise gar hysterisch durchs Bild poltert. Dazu ein ahnungsloser und überforderter Restaurant-Chef, der permanent mit den Schultern zucken muss. Garniert ist die Soße mit einer klischeehaften Ansammlung von Standardaussagen: „So könnt ihr das nicht machen“ oder „Ihr seid pleite„. Das Schlimmste ist jedoch, dass diese Moppelkotze nun auf Spielfilmlänge gezogen wird. Was in 45 Minuten längst durch gekocht sein könnte, wird in der doppelten Sendezeit tot gebraten.

Meine Lieblingsstelle in der Sendung vom 3. Januar: Mohamed Moselhy ist komplett zahlungsunfähig, muss aber am nächsten Tag eine Gasrechnung mit ca. 350 Euro begleichen. Frank fragt ihn: „Wie soll es nun weitergehen?“ Mohamed zuckt fragend mit den Schultern. Frank: „Daher gibt es für mich nur genau zwei Möglichkeiten.“ Dramatische Musik wird eingespielt. „Möglichkeit 1: Wir schließen den Laden.“ Hochdramatische Musik und ein versteinerter Blick von Mohamed. „Oder Möglichkeit 2, dass wir ab Morgen alles komplett ändern.“ Die Musik hellt auf und Mohamed schaut dennoch irritiert.
So einfach kann die Entscheidungsfindung sein. Entweder aufhören oder weitermachen. Klasse! Auf solch geniale Weisheiten kommt nur ein Frank Rosin. Bei der Frage nach dem Neubeginn war es übrigens völlig egal, wie nun diese 350 Euro aufgetrieben werden. Ohne dieses Geld wäre so oder so morgen der Ofen aus gewesen.

Zu einem Neuanfang gehört der übliche Umbau, eine neue Speisekarte und wenn es geht auch noch ein neuer Name für das Lokal. Aus „Portofino“ wird „Pizzeria Tanko Mimo“. Frank Rosin hatte sich bei seinem Besuch noch über die vielen Schnitzelvarianten auf der Karte beschwert. Franks Aussage: „Schnitzel gehen gar nicht.“ Zumal die Tankstelle nebenan auch Schnitzel verkauft. Auf die neue Karte durften also keine Schnitzel. Wohl jedoch nur solange das Kamerateam anwesend war. Denn laut aktueller Speisekarte gibt es weiterhin 15 kulinarisch hochwertige Schnitzelvarianten. Bravo Herr Rosin. Da hat der Sternekoch aber mal so richtig aufgeräumt; zumindest für die Dreharbeiten.

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4 Antworten zu „Rosins Restaurant“ verursacht Sodbrennen

  1. Helmut 17. Juli 2013 um 02:24 #

    Die schönsten Lügen bekommt man von einem angeblichen Privatsender aufgetischt!

  2. Jürgen Hermann 10. Januar 2015 um 19:57 #

    Ich sehe als Hobbykoch die Sendungen mit Frank Rosin unwahrscheinlich gerne. Deshalb habe ich mir natürlich auch den Jahresrückblick 2014 angesehen. Dabei habe ich gelernt, dass Frank Rosin hervorragend kochen und coachen kann. Aber dass er auch in Sachen „Toast Hawai“ von dem im Jahre 1966 durch Selbstmord verstorbenen ehemaligen Fernsehkoch Clemens Wilmenrodt im Jahre 2014 eine Nachricht erhalten hat, finde ich phänomenal. Vielleicht könnte Frank Rosin auch als spiritistisches Medium Karriere machen.

  3. Gebreselassie Jonas 27. April 2015 um 17:43 #

    Ich kann das nur bestätigen was geschrieben worden ist. Ich Besitzer von Savanna Restaurant in Berlin habe leider mitgemacht und erfahren müssen was es bedeutet lügen zu müssen. Rosin und sein Team haben lügen erfunden die wir als Team vor der Kamera erzählen mussten. Obwohl er gesagt hat das er mit Afrikanische Küche nichts zu tun hat war er der große Koch in unserer Küche. Ich bin bereit jeden zu antworten wie und was hinter der Kulisse gespielt wird. Es wird immer so getan als wenn die Nachbarschaft oder auch der Chef selber um Hilfe gebeten hat. Alles Lüge. Zumindest bei uns.Ich warne alle bei sowas nicht mit zumachen weil das Geschäft schädigend ist.
    Gebreselassie Jonas. SAVANNA RESTAURANT IN BERLIN.

  4. Richard Meißner 19. Mai 2015 um 08:20 #

    Herr Rosin ist ein schlechtes Beispiel für Köche.
    In einem Beitrag sieht man das er mit seinen Füßen auf dem Fußboden herumrutscht, da er keine Sicherheitsschuhe trägt.

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