Haushalte verbrauchen mehr Strom

In der aktuellen Ausgabe der Schwäbischen Zeitung (vom 14. August) ist zu lesen, dass der Stromverbrauch in Baden-Württemberg kontinuierlich steigt. Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) macht dafür die wachsende Verbreitung von Elektrogeräten und Elektronik in den privaten Haushalten verantwortlich. Der private Stromverbrauch sei daher von 1991 bis 2008 um gute 30 Prozent gestiegen. Und was ist mit der Industrie?

Knapp 45 Prozent des gesamten Stromverbrauchs geht zu Lasten der Industrie (www.eta-energieberatung.de/40hmarka.php). Von 1991 bis 2008 stiegt das Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg um gute 30 Prozent (www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Arbeitskreis_VGR/tbls/tab02.asp#tab02). Aber schlussendlich soll der private Haushalt für den gestiegenen Gesamtbedarf verantwortlich sein. Da passt doch etwas nicht zusammen liebe Frau Gönner.

Entweder kann die baden-württembergische Umweltministerin das Zahlenmaterial nicht deuten oder sie ist bereits zu sehr von der Industrie befangen. Der Austausch der Glühlampen und der Einsatz intelligenter Stromzähler soll die ersehnte Senkung des Stromverbrauchs bringen. Dass die Energiesparlampe wirklich so ökologisch sein soll, wie anfangs immer bewundert, wird schon seit einiger Zeit bezweifelt. Der Industrie kann der Verzicht auf die normale  Glühlampe nur recht sein. Denn an der elektrisch gesteuerten Energiesparlampe ist momentan einfach ein Vielfaches verdient im Vergleich zur Glühbirne mit Wolframdraht. Und der intelligente Stromzähler dient schlussendlich auch nur dazu, dass die Energiekonzerne schneller sehen, wer eventuell Stromklau betreibt oder mit den Zahlungen zu sehr im Rückstand steht. Denn je aktueller die Verbrauchszahlen sind, desto genauer können die Energiekonzerne sehen, bei wem der Verbrauch sprunghaft ansteigt oder an welchem Kunden tagsüber mehr zu verdienen ist als in der Nacht. Darüber hinaus spart man sich den Ablesedienst und hat Gewissheit, dass die Verbrauchszahlen auch den tatsächlichen Werten entsprechen.

Wieso werden der Industrie nicht solche Vorschläge gemacht? Mehr Nachtarbeit zu günstigen Nachtstromtarifen oder der Einsatz stromsparender Großanlagen wären doch mal ein Gedanke wert.

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