Fernsehen: öffentlich-rechtlich = politisch

Es sollte der Deal des Jahres werden: Günter Jauch übernimmt die Polittalksendung ‚Sabine Christiansen‘. Doch daraus wird nichts (mehr). Der Vertrag ist gestrichen. Günter Jauch macht einen Rückzieher.

Sabine ChristiansenGünter Jauch – Sabine Christiansen?

Bei der ARD läuft derzeit etwas aus dem Ruder. Man wollte sich den Publikumsliebling der Deutschen ins Boot holen. Doch das System aus Rundfunkräten und Intendanten lief dem Vertrag zuwider. Viele zeigten überzogenes Machtgehabe und und noch mehr wollten von ihrem Recht auf Mitsprache gebrauch machen.

Das Wort heißt Einfluss.
Bei den Öffentlich-Rechtlichen (ÖR) geht alles seinen geordneten Dienstweg. Da gibt es keine Abkürzungen und da kann im Notfall auch schlecht über seinen eigenen Schatten springen. Was die staatliche Verwaltung für den Bürger so ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk der mediale Schauplatz der Beamten. Gekungelt und geschoben wird fast überall. Bei den ÖR wird allerdings das Machtgehabe staatlich von jedem Bürger mitfinanziert.
Diesen Einfluss wollten die Obersten aus der ARD auch bei Günter Jauch wirken lassen. Man hatte Angst davor, sich einen „Lausbub“ ins Programm zu holen, der teilweise nicht nur die Politiker gegen sich aufbringen sondern auch zu massiven Reaktionen unter den Zuschauern führen würde.

Angst vor dem ’schwarzen Mann‘.
Wahrscheinlich hatte man Angst davor, dass sich Herscharen älterer Zuschauer sich darüber beschweren, wie Herr Jauch mit „seinen“ Gästen umgehen würde. Die ARD hat ihre eigenen Regeln, und diese werden von der Führungsriege gemacht. Auch wenn es der Objektivität dienen würde, es geht nichts ohne die Chefs. Und in Sachen Politik kennen die ÖR überhaupt keine Gnade. Nach außen gibt man sich liberal und offen, aber im Innern herrschen politische Grabenkämpfe ohne gleichen. Was nichts ins politische Konzept passt oder nicht der politischen „Hausfarbe“ des Senders entspricht, muss mit schwerem Gegenwind rechnen.

Entweder mit oder gar nicht.
Günter Jauch hatte klare Vorstellungen von seiner Sendung. Er liefert den Produktionsstab inklusive Redaktionsteam. Somit hätte er auch freie Hand bei der Auswahl der Themen und der Gäste gehabt.
Aber bevor überhaupt eine einzige Sendung über den Äther lief, hat die ARD kalte Füße bekommen. Man wollte mit-stimmen, mit-entscheiden und mit-korrigieren. Frei Schnauze geht nicht. Und so kam es, wie es kommen musste. Günter Jauch macht einen nachvollziehbaren Rückzieher. Die Farbenspiele und Machtkämpfe innerhalb der ARD sind ihm zuwider.

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