Stoiber, der ewige Patriarch ähh Monarch ähh König der CSU (Update)

Edmund Rüdiger Stoiber, geboren im September 1941im Freistaat Bayern.
Seit 1993 sitzt er im Sessel des Ministerpräsidenten seines Geburtslandes. Er ist bekannt für seine Versprecher, und er ist bekannt für seinen monarchischen Umgangston.
Edmund Stoiber [Copyright DPA]©DPA

Stammeln. Stottern. Stoiber.

Er verlegt bei seinen Ansprachen gern mal den Flughafen direkt in den Hauptbahnhof. Oder er bringt, wie wir wissen, jeden Tag eine Blume um. Auf anderen „Baustellen“ beginnt er zu stottern und zu stammeln. Wir kennen unseren „Ede“ nun mal nicht anders.

Alles eine Frage der Führung.
Auch sein Führungsstil passt voll und ganz in das Land der Weißwurst. Schon seine Promotion zum Dr. jur. mit dem Thema „Der Hausfriedensbruch im Lichte aktueller Probleme“ zeigt, wohin seine Reise geht. Widerworte findet man von ihm zu fast jedem Thema. Wer allerdings gegen ihn das Wort erhebt, erntet die Resonanz des Monarchen.

Edmund Stoiber ist kein Ministerpräsident wie jeder andere. Selbst der Freitstaat Bayern ist nicht mit den übrigen Bundesländern vergleichbar. In Bayern sind die Strukturen monolithischer, zentraler, herrschaftlicher, anders eben. In der Mitte sitzt der Chef und ringsherum tummeln sich seine Dienstherren. Oder anders ausgedrückt: wer nicht kuscht, bekommt die ganze Härte der „Monarchie“ zu spüren. Selbst die Bewohner des größten Freitstaates Deutschlands wurden über die Jahre an dieses „Königstum“ gewöhnt. Alle Macht dem Volke? Bloß nicht!

Wer ist der König der Löwen?
In letzter Zeit weht der Wind um die Nase des Königs von Bayern allerdings heftiger als sonst. Seine Alleinherrschaft scheint zu bröckeln. Der Monarch wird müde. Früher wäre er manns genug gewesen, sich selbst zu verteidigen. Heute stellen sich all seine „Attachées“ schützen vor ihn, hinter ihn oder neben ihn .. wo eben gerade auf den liebenswürdigen Edmund „geschossen“ wird. Stoiber geht dezent in Deckung, verfügt aber selbst aus dem Rückhalt noch genügend Kraft, um seine Spezl wie Kampfgeschosse auf seine Gegner auszurichten.

Der Stammtisch spricht.
In Bayern wird die Politik immer noch am Stammtisch entschieden. Wer hier keine ausreichende Lobby hat, der kann sich eigentlich die Arbeit sparen. Laut Umfragen Anfang Januar 2007 wollen nur noch 63% den „Ede“ bei der Landtagswahl 2008 wiederwählen. Ein Monarch mit ausreichend Macht erwartet andere Ergebnisse. Die Basis hat zu großen Teilen genug vom Kasperletheater für Erwachsene. 15 Jahre Amtsherrschaft als Ministerpräsident sind vielen Bayern eindeutig genug. Noch weitere 4 Jahre wollen wohl viele sich nicht zusammen mit Stoiber zumuten.

Blind vor Macht.
Doch der „König der Löwen“ scheint auf beiden Ohren blind zu sein. Stoiber möchte nichts wissen von einer fehlenden Zustimmung zu seiner Person. Er will – er macht – er denkt. Andere Stimmen hört er wahrscheinlich nur im Schlaf von seiner Ehegattin. Er wäre nicht der erste Monarch der Neuzeit, welcher mit vollem Ballett auf die Mauer zurauscht. Keiner möchte ihm sagen, dass es eine Bruchlandung geben könnte. Und „Ede“ selbst möchte es nicht hören (wollen), dass seine Zeit vorüber ist.

So sind’s halt, die Könige.

Update:
Ein Blog ist immer ein kleines Stück Zeitgeschichte. So auch in diesem Fall. Am 18. Januar 2007, gegen 14 Uhr, kündigt Edmund Stoiber seinen Rücktritt vom Amt des bayerischer Ministerpräsident an.
Der König wurde von seinem Thron gestoßen.

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Eine Antwort zu Stoiber, der ewige Patriarch ähh Monarch ähh König der CSU (Update)

  1. Anmerkung 19. Januar 2007 um 14:09 #

    Hat sich dann wohl jetzt erledigt.

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