Wo bleibt die Schweinegrippe?

Im April 2009 schockierte eine Nachricht die ganze Welt: die Schweinegrippe sollte womöglich die halbe Menschheit auslöschen. In Mexiko wurde ein neuer Erreger der Grippe-Influenza gefunden: H1N1. Stellenweise brach Panik aus. In Mexiko wurden landesweit Schulen geschlossen, Veranstaltungen, Restaurants und Cafes mussten schließen. Flugpassagiere mit einem Abflugsort innerhalb von Mexiko wurden am Zielflughafen streng kontrolliert. Es wurde eine weltweite Pandemie befürchtet. Wenn der gefährliche Virus sich erst einmal ausgebreitet hat, sei er nicht mehr zu stoppen. Die papierartigen Schutzmasken für das Gesicht sind symbolisch für die Angst der Menschen. Was haben wir uns aber auch für eine Angst gemacht.

Und was ist ein gutes halbes Jahr später?

Vom Bekanntwerden des Influenza-Typs H1N1 bis Ende August 2009  erkrankten in Mexiko ca. 21.000 Menschen; 184 davon mit Todesfolge. In den USA wurden bis Ende August 556 Todesfälle registriert. In Deutschland gab es bis zum heutigen Tag nur ein Todesopfer. Eine 36-jährige Frau verstarb am 25. September an den Folgen der H1N1-Influenza. Sie galt mit 180 Kg Körpergewicht allerdings als Risikopatientin. Zudem war sie Raucherin und Diabetikerin. Ja, was haben wir uns für eine Angst gemacht. Anfangs hieß es, die halbe Menschheit werde von der Pandemie betroffen sein. Die WHO (World Health Organisation) erklärte am Freitag, dass der Höhepunkt der Schweinegrippe erst gegen Januar bis Februar 2010 erwartet werde. Da bleibt also noch etwas Zeit, die Angst wieder größer werden zu lassen.

Angst? Na klar! Wovor?

Die WHO war jene Organisation, welche anfangs die große Angst geschürt hatte. Die WHO sprach von einer weltweiten Pandemie und hatte auch die Warnstufe auf den höchsten Level gesetzt. Danach wiegelte man ab. Es gäbe ja Medikamente dafür (Tamiflu und Relenza), welche auch die entsprechende Wirkung zeigen würden. Dann hieß es später, es werde mit einer zweiten, viel heftigeren Grippewelle gerechnet. Wenn diese explosionsartig sich ausbreiten würde, ja dann gute Nacht Weltbevölkerung.

Die Angst vor einem Grippetod ist berechtigt. Nach geschätzten Angaben des Robert-Koch-Instituts sterben in Deutschland pro Jahr ca. 20.000 Menschen an der Influenza oder den indirekten Folgen der Grippeerkrankung. Wie schwierig es ist, eine genau Zahl der Grippetoten zu finden, zeigt die Zahl der meldepflichtigen Influenza-Fälle, welche überhaupt bei den Ärzten registriert wurden. Im PDF-Dokument des BMG (Bundesministeriums für Gesundheit) findet sich im Kapitel 2.4 (Seite 25) die Zahl der registrierten Influenza-Fälle für 2008: knappe 15.000 Patienten. Das Robert-Koch-Institut geht aber von ca. 10 Millionen Erkrankten pro Jahr aus.
Wer an Übergewicht oder Diabetes leidet, besonders jung oder im reiferen Alter ist, wer viel raucht und trinkt, ist ein Risikopatient bei der Grippe. Denn der Krankheitsverlauf der einer „normalen“ Influenza ist nicht ganz ungefährlich.

Am Montag, den 26. Oktober startet in Deutschland die wohl größte Impfaktion aller Zeiten. Die Bundesregierung hat bei den Herstellern GlaxoSmithKline und Novartis 50 Millionen Impfdosen für insgesamt 700 Millionen Euro bestellt. Ein riesiges Geschäft für die Pharmakonzerne. Auch Roche kann sich freuen. Der Konzern setzte mit Tamiflu von Juli bis September ca. 655 Millionen Euro um.

Und was machen unsere Nachbarn?
In der Schweiz bspw. wurden 13 Millionen Impfdosen von den beiden Pharmakonzernen GlaxoSmithKline und Novartis eingekauft. Dies kostete die Schweiz die lächerliche Summe von 84.000.000 CHF (ca. 55 Mio. Euro). Wie nun allerdings schon vergangenen Montag von der WHO bekannt wurde, reicht auch eine einzige Impfung. Bei nur 8 Mio. Einwohnern hat die Schweiz nun massenweise zu viel Impfdosen übrig und zu viel Geld dafür gezahlt. Ende offen.
In Österreich hat die Agentur für Gesundheit beim Pharmakonzern Blaxtor für eine Initiallieferung vorerst 500.000 Spritzen bestellt. Es besteht die Option für eine Gesamtliefermenge von 16 Mio. Impfdosen. Die beiden Konkurrenten GlaxoSmithKline und Novartis haben die einseitige Lieferabsprache kritisiert, da GlaxoSmithKline für seinen H1N1-Impfstoff Pandemrix und Novartis für Focetria bereits vor zwei Wochen die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde Emea erhalten hatten und mittlerweile bereits über die Zulassung durch die Europäischen Kommission verfügen.

Impfung oder Gesundheitsschaden – die Qual der Wahl

Wer sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen möchte, hat die Wahl zwischen Risiko und Risiko. Entweder nimmt man eine Erkrankung mit dem H1N1-Erreger billigend in Kauf, oder man muss mit möglichen Gesundheitsschäden durch die Impfung leben. Im Blog-Beitrag von Schall-und-Rauch heißt es hierzu: „Der Beipackzettel für den H1N1 2009 Monovalent Impfstoff der von Novartis hergestellt wird ist im Internet veröffentlicht worden. Darin steht, der Impfstoff basiert auf einen Vorgänger genannt Fluvirin und kann eine ganze Reihe von erheblichen Nebenwirkungen und Gesundheitsschäden bewirken, wie das Guillain-Barre Syndrome (Lähmungserscheinungen), Vaskulitis (Entzündungen von Arterien und Venen), anaphylaktischer Schock (Störungen von Organfunktionen, Kreislaufschock mit Organversagen) und sogar den Tod.
Zudem enthält der Impfstoff als Konservierungsmittel 25 Mikrogramm Quecksilber. Auch die weiteren möglichen Nebenwirkungen klingen nicht gerade gesund. So ist unter anderem von Fieber oder Schockzuständen die Rede. Wer sich hingegen gegen eine Grippeimpfung entscheidet, hat ebenso gute Überlebenschancen. Man darf als Grundvorraussetzung allerdings nicht zu einer der bekannten Risikogruppen zählen.

Aktien-Rendite statt Pandemie

Bis Januar will GlaxoSmithKline (GSK) weltweit über 440 Millionen Impfdosen ausliefern. Wenn man sich den Aktienkurs von GSK näher betrachtet, stellt man einen sprunghaften Anstieg am März 2009 fest. Vorher verfolgte die Aktie einen steilen Abstieg.
GlaxoSmithKline Aktienkurs

Auch bei der Norvatis AG sieht das Ergebnis im Aktienkurs nicht anders aus. Seit Ende März 2009 hebt die Aktie wie die Phoenix aus der Asche ab.
Novartis AG Aktienkurs

© Grafiken: OnVista

Eine Frage bleibt: Wieso stürzen beide Aktien von Januar 2009 bis Ende März 2009 erst massiv ab? Hat da jemand schon vor der eigentlichen Ausbreitung der Schweinegrippe etwas gewusst und die Aktienkurse bewusst in den Absturz getrieben?

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