Schweinegrippe: ein teurer Gruß zum Abschied

Sie erinnern sich noch an die Meldungen aus dem April 2009? Damals sollte ein neu entdeckter Grippevirus die halbe Menschheit ausrotten. Die WHO (World Health Organisation) aktivierte die höchste Epidemiestufe, Pharmaunternehmen ließen ihre Produktionsstraßen auf Hochtouren laufen und alleine in Deutschland wurden Impfpräparate im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro angeschafft. Zudem forderten ausgewiesene Experten zum Impfen auf, denn scheinbar sei der H1N1-Erreger aggressiver und tödlicher als jegliche Grippeviren zuvor. Am Ende haben sich gerade einmal grobe 10 Prozent der Bevölkerung tatsächlich impfen lassen. Und an einer Grippeinfektion gestorben sind im Winter 2009/10 nicht wesentlich mehr Menschen als sonst ebenfalls. Nun muss der übrig gebliebene und abgelaufene Impfstoff entsorgt werden.

Die Schweinegrippe ist in meinen Augen eine der dreistesten Pharmalügen der Neuzeit. Die angebliche Epidemiegefahr ist im Sande verlaufen und die komplette Weltbevölkerung wurde von einer profitgeilen Pharmaindustrie an der Nase herum geführt. Firmen wie die Norvatis AG oder GlaxoSmithKline (GSK) haben an der Produktion des Grippeimpfstoffes prächtig verdient. Viele Staaten haben Impfdosen in Größenordnungen von mehreren Millionen Stück geordert. Verabreicht wurde davon jedoch nur ein Bruchteil.
Alleine in Deutschland sind von den 34 Millionen erworbenen Impfdosen fast 29 Millionen übrig geblieben. Da die Krankenkassen nur die durchgeführten  Impfungen bezahlt haben, bleiben die Länder auf Kosten von 239 Millionen Euro sitzen; siehe hierzu eine genaue Aufstellung der bestellten und geimpften Dosen.

Jetzt ist das Haltbarkeitsdatum des Impfstoffes abgelaufen und die Dosen müssen in einer Müllverbrennungsanlage (nach Magdeburg) entsorgt werden. Diese Entsorgung kostet nochmals einige Millionen Euro. Zum finanziellen Schaden kommen zwei weitere Langzeitschäden hinzu. Zum einen sinkt die Sensibilisierung der Bevölkerung bei echten Epidemien. Zum anderen hat das Ansehen der Pharmaindustrie unter dieser Fehlplanung extrem gelitten. Zu recht. Aber hätten besser mal im November 2009 auf diesen Virologen gehört, der sich auf ehrliche Art und Weise verplappert hatte.

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