Der Edathy-Prozess: einmal Erlösung für 5000 Euro

Sebastian Edathy ist aus der Sache um die Kinderpornografie am Ende mit einem blauen Auge davon gekommen. Schuldig im Sinne der Anklage, aber als Strafe sind nur 5000 Euro zu zahlen. In den Medien ist er das Opfer. Doch von den wahren Opfern spricht niemand.

Traurig und beschämend zugleich. So könnte man das Verhalten von Sebastian Edathy bezeichnen. Ihm wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, kinderpornografisches Material auf seinem Laptop besessen zu haben. Der Laptop ist unmittelbar nach Aufkeimen des Verdachtes verschwunden. Nachweisen konnte man ihm die KiPo (Kinderpornografie) daher nur bedingt. Am Ende hat er den Besitz zugegeben, und ist damit verurteilt. Zu keinem Zeitpunkt war jedoch das Wort der Reue oder Schuld zu hören. Shame on it!

Als Strafe hat er nun 5000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund des Landesverbandes Niedersachsen zu zahlen. Im Gegenzug hat Herr Edathy seit Februar 2014 vom Deutschen Bundestag pro Monat 8252 Euro Übergangsgeld erhalten. Da weiß man nicht, ob man bei der Höhe der Strafe lachen oder weinen soll.  Ok, Herr Edathy vermisst seit dieser Zeit auch seinen teuren Laptop. Dieser ist ihm blöderweise just in dem Moment verloren gegangen, als die Vorwürfe gegen ihn bekannt geworden sind. Außerdem hat er eine nicht näher bekannte Summe in die Beschaffung der Soft-Erotik-Filmchen mit den jungen Knaben investiert.

Die wahren Opfer sind die Kinder

Es ist interessant, wie nun der eine oder andere Verlag Herrn Edathy als den Verlierer darstellt. Spiegel-Online titelt beispielsweise: Gestraft fürs Leben. In dem längeren Bericht geht es viel um verpasste Reue und um das schwache Schuldeingeständnis. Aber mit keinem Wort werden die Kinder und Jugendlichen erwähnt, die Teil des Systems Kinderpornografie sind. Statt dessen muss man lesen, wie Herr Edathy nun beruflich wie privat geschädigt ist. Danke für nichts, möchte man da rufen.

Zeit-Online traut sich wenigstens das Problem anzusprechen:

Die Demütigung und der Missbrauch der Kinder, die fotografiert, betatscht, sexualisiert werden, und die sich hinter dem zynischen Magazin-Titel „Boys in ihrer Freizeit“ verbergen, den man bei Edathy unter anderem fand.

Die Aufregung wäre schnell wieder verschwunden, wenn man bei Sebastian Edathy normale Schwulenpornos gefunden hätte, bei denen die Darsteller mindestens 18 Jahre als sind. Doch wenn die Titel der Medien lauten wie „Buben – in Freiheit dressiert, dann muss man sich ernsthaft fragen, ob Herr Edathy nicht ein kleines Problem mit sich selber hat. Und vielleicht besinnt er sich in einer ruhigen Minute mal und denkt darüber nach, welchen Schaden er mit seinen Handlungen indirekt bei den „Buben“ angerichtet hat. Da sind seine 5000 Euro Strafe ein Witz dagegen.

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