Das BKA und die große Internet-Kriminalität

Manche Meldungen erscheinen auf den ersten Blick wie ein Donnerschlag. Am letzten Donnerstag veröffentlichte das Bundeskriminalamt, kurz BKA, die aktuellen Zahlen zur Internet-Kriminalität. Dem Bericht zufolge entstand im Jahr 2010 durch kriminelle Handlungen aus dem Internet ein Schaden von 61,5 Millionen Euro. Wahnsinn! Das globale digitale Dorf ist zu einem Hort der kriminellen Subkultur verkommen und der Schaden ist unfassbar hoch. Ich persönlich kann mich allerdings nicht zwischen Zynismus und Betroffenheit entscheiden.

Letztes Jahr ist ein Schaden von 61,5 Millionen Euro entstanden. Letztes Jahr waren ca. 50 Millionen Deutsche im Internet aktiv. Pro Internet-Teilnehmer ist somit ein durchschnittlicher Schaden von 1,23 Euro entstanden. Dies ist viel und muss bekämpft werden, würde ein konservativer Politiker sagen. Wenn man die Problematik allerdings etwas unverkrampfter betrachtet, erscheint die Summe relativ niedrig. Die richtig große Kriminalität mit Summen in Milliardenhöhe entsteht ganz woanders: Mafia, Drogenhandel, Bestechung/Korruption und auch die Steuerhinterziehung zählen dazu. Im Vergleich dazu erscheinen die 61,5 Millionen Euro wie ein feuchter Furz.

Doch diese Zahl ist für das BKA ein wunderbarer Aufhänger dafür, mal wieder eine bessere (Dauer)-Überwachung und einzufordern. BKA-Präsident Ziercke betonte bei Bekanntgabe der Zahlen, dass ohne eine Vorratsdatenspeicherung die Verfolgung der Straftäter so gut wie unmöglich ist. Dumm nur, dass die meisten Täter im Internet gar nicht in Deutschland sitzen sondern irgendwo vom Ausland zugreifen. Gerade beim Thema Phishing werden die privaten Daten über stille Wege im Hintergrund rund um die Welt gesendet. Da nutzt eine Vorratsdatenspeicherung gar nichts.

Viel Krach um Nichts. So könnte man die Zahlen zur Internetkriminalität umschreiben. Doch beim Krach machen gehört das übliche Trommeln für die VDS wohl dazu. Netter Versuch Herr Ziercke.

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