Warum die Piratenpartei so totgeschwiegen wird

Überall ist Wahlkampf. Überall sieht man Umfrageergebnisse. Selbst beim sonst so jugendlichen Sender Pro7 und dessen Aushängeschild „TV-Total“ (mit Stefan Raab) wird die Piratenpartei nicht erwähnt. Es gibt dort nur die üblichen Grundparteien: CDU, SPD, Grüne, FDP und die Linken. Überall sieht man Spitzenkandidaten in launischen Gesprächsrunden. Nur die Piraten nicht. Die fehlen überall. Und dies obwohl die Piratenpartei die größte, Nicht-Bundestagspartei ist, hinter den Regierungs- und Oppositionsparteien.

Wieso wird die Piratenpartei derart konsequent ignoriert? Weil man sieht, dass ihre Mitgliederzahl konsequent steigt (auf derzeit über 7000). Weil man sieht, dass sie gerade bei den jüngeren Wählern und Wählerinnen populär ist. Weil man sieht, dass sie in nicht all zu ferner Zukunft zu einer realen Opposition heran wachsen könnte. Zum Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde bei der jetzigen Bundestagswahl müssten zwar knapp 2,5 Millionen der wahlberechtigten Bürger ihr Kreuz bei der Piratenpartei machen, aber auch die Grünen haben mal klein angefangen.

Die Piratenpartei wird jedoch nicht ganz von der medialen Landschaft ausgeschlossen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Bundestag die Immunität des Abgeordneten Jörg Tauss (früher SPD, jetzt Piratenpartei) aufgehoben hat. Jörg Tauss steht im Verdacht, kinderpornografisches Material für private Zwecke gesammelt zu haben. An diesem Tag kam die Piratenpartei auch in allen wichtigen Tagesnachrichten. Der Zeitpunkt der Immunitätsaufhebung war medial geschickt platziert.

Die einzig halbwegs positive Meldung gibt es im Portal der Tagesschau. Dort erklärt der ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn die Voraussetzungen und Hindernisse dieser noch jungen Kleinstpartei: www.tagesschau.de/inland/schoenenbornpiraten100.html.

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Eine Antwort zu Warum die Piratenpartei so totgeschwiegen wird

  1. Kristof 14. September 2009 um 00:17 #

    Die Piratn werden nicht explizit verschwiegen. Vielmehr werden alle Themen ignoriert, die dem s.g. Mainstream nicht entsprechen. Und wenn sie überhaupt zur Sprache kommen, dann im negativen Kontext.
    Wobei die Meinung des s.g. Mainstreams per Selbstreferenz in der Politik und Medien entsteht.

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