Kopenhagen: Wer hat Angst vor dem Klimaschutz?

Die Angst geht um, dass wir unsere Natur zugrunde richten. Und eigentlich könnte man auf der Klimakonferenz in Kopenhagen singen: „Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?“ Damit ist nicht Barack Obama gemeint, der ebenfalls nicht sonderlich zu Klimaschutzzielen beitragen wird. Vielmehr geht es um eine nicht existente Gestalt, die bei fast allen Teilnehmer Unbehagen auslöst. Man könnte es ein Klima-Gespenst nennen, doch dies wäre der Lage nicht zutreffend. Denn vor Gespenstern hat man bekanntlich Angst. Davon ist bei den Teilnehmern allerdings nichts zu spüren. Sie schachern indes um Macht und um Zusagen oder auch nur um Zugeständnisse. Der Druck ist zu spüren – vor allem bei den großen Industrienationen.

Der Grund für die große Zurückhaltung ist einfach zu erklären. Es geht um die wirtschaftliche Stabilität. Die Politiker lassen sich von Lobbyisten und Wirtschaftsökonomen vertreten. Und da ständig eine Finanz- oder Wirtschaftskrise über den Erdball fegt, sind die Gegenargumente auch sofort gefunden. Man kann die Produktion nicht herunter fahren. Und effiziente Umweltschutzmaßnahmen kosten Geld, teilweise sogar sehr viel Geld. Sie bringen allerdings weder ein Umsatzplus noch lässt sich dadurch die Rendite steigern. Sie sind „nur“ lästige Mehrausgaben. Und so beharren die Industriebosse darauf, sich finanziell nicht an den großen Klimazielen zu beteiligen. Der schwarze Peter wird somit an die Damen und Herren der Staatsregierungen weiter geschoben.
Die meisten Staaten haben allerdings auch kein Geld übrig; zumindest nicht für den Klimaschutz. In Deutschland senkt man in den nächsten Jahren den Hotelbesitzern über 3 Milliarden Euro (durch steuerliche Mindereinnahmen). Doch für den Klimaschutz bringt man nur eine lächerliche Milliarde Euro auf.

Die Natur hat keine Lobby

Die Natur kennt und hat keinen menschlichen Vertreter. Die Natur kann uns nur ihr ungemütliches Gesicht zeigen. Solange wir uns den klimatischen Spätfolgen nicht bewusst sind, wird die Vernichtung der Ressourcen und der ungezügelte Energiebedarf (Kohle, Öl, Strom) weiter gehen wie gehabt. Und glaubt man den düsteren Prognosen, wird die Ausbeutung der Erde sich noch massiv steigern. Jeder macht so weiter, bis er auf Granit beißt. Die Ölfeder werden im selben schnellen Tempo leer gesaugt, bis der letzte Tropfen an die Oberfläche steigt. Der Stromverbrauch wird zunehmen. Wir werden noch mehr Klimaanlagen benötigen, was wiederum den Stromverbrauch steigen lässt. Wir werden immer mobiler, immer schneller, immer ungenügsamer. Irgendwann wird die Raffgier sich auf wichtige Ressourcen erstrecken. Wir führen bereits heute Kriege in erdölfördernden Ländern, nur um unseren „Durst“ nach Benzin zu stillen. Eines Tages werden wir uns an der Tankstelle um die letzte Tankfüllung schlagen. Strom wird eventuell zum Luxusgut und viele kehren wieder zum Verbrennen von Holz zurück. Erst dann werden wir verstehen, was es heißt, Verzicht zu üben. Erst wenn es wirklich zu spät ist, wird die Politik im Einklang mit der Wirtschaft die Methode der Entschleunigung feststellen. Es heißt dann nicht mehr „wer hat nächstes Jahr den größeren Umsatz“ sondern „wer überlebt das nächste Jahr mit geringerem Umsatz“.

Vieles ist vorstellbar. Manches klingt zwar heute nach wilder Utopie, doch die Ressourcen unserer Erde sind leider nicht unerschöpflich. Der Mensch wird erst dann seine Fehler bemerken, wenn er selbst (massiv) von klimatischen Veränderungen betroffen ist. Der Natur bzw. unserer Erde kann dieses hirnlose Wachstum reichlich egal sein. Notfalls fängt der Planet in ein paar Hundert Jahren eben nochmals von vorne an: Tiere, Wasser, Bäume. Der Mensch kommt dann erst wieder im Jahr 100.000 (n.Chr.) ins Spiel. Bis dahin sind leider alle aktuellen Aufzeichnung verloren gegangen und man kann aus Fehlern nicht lernen. Was solls. Auch in 100.000 Jahren sind die Ressourcen immer noch äußerst knapp. Vielleicht lernt der Homo Sapiens 2.0 dann eben mit weniger auszukommen. Schließlich war und ist der Mensch lernfähig. Geht es allerdings um Macht und Geld, ist er nicht einmal denkfähig. Ich zuerst; nach mir die Sintflut.

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