Die Angst vorm Fliegen

Da ist sie wieder: die unkontrollierbare Gefahr beim Fliegen. Vor zwei Tagen hat ein Nigerianer einen Flug der Delta-Airlines sabotieren wollen, indem er einen flüssigen(!?) Plastiksprenngstoff zur Zündung bringen wollte. Das Perfide dabei: diese Art von „Waffen“ lässt sich durch kein Metalldetektor und keinen Körperscanner erkennen oder auch nur erahnen. Der Terror ist wieder da – zumindest in den Köpfen der Journalisten. Und um dem Terror zu entgehen, werden nun wieder einmal die Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen verstärkt. Absurd, aber für die Psyche der Flugreisenden wohl nötig.

Im August krachte ein Helikopter mit einem Kleinflugzeug bei einem Flugplatzfest bei Ellwangen zusammen. Die schreckliche Bilanz: sechs Tote.  Anfang Dezember stürzt ein Kleinflugzeug aus Bremen beim Landeanflug auf einen Frankfurter Flughafen ab. Auch hier sterben auf tragische Weise drei Menschen. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, bei denen kein Terror im Spiel war. Und oh journalistische Absonderlichkeit: solche Nachrichten schaffen es kaum auf die erste Seite. Doch kaum ist ein mutmaßlicher Terrorist im Spiel, geht es um große Flugzeuge und viele potentielle Tote und ist ein theoretischer Anschlag denkbar, überschlagen sich die Nachrichten. Es wild wild spekuliert, noch mehr Angst als nötig verbreitet und diverse Szenarien entwickelt. Und eines ist dabei ganz wichtig: die Sicherheitskontrollen müssen verstärkt werden. Ob dies effektiv ist, wird nicht hinterfragt. Ob man damit Reisende nicht in eine falsche Sicherheit wägt, wird auch nicht hinterleuchtet. Angst schüren und passende, einfache Lösungen anbieten ist wichtiger.

Da hat es doch mal wieder jemand geschafft, Sprengstoff mit in ein Verkehrsflugzeug zu schmuggeln. Und dies obwohl die Kontrollen überall so streng und genau sind. Wie viele Millionen Passagiere fliegen jährlich? Welcher Prozentsatz davon sind echte(!) Terroristen? Und wie oft schafft es dann ein solcher echter Terrorist das Flugzeug in die Luft zu sprengen? Man landet da wohl schnell im unteren einstelligen Promillebereich. Doch der Mensch neigt zu übersteigender Panik, wenn jemand das Wort „Terror“ nutzt.
Die Journalisten sollten sich daher öfters mal an die eigene Nase fassen, wenn sie übereilt die Terrorgefahr ausrufen. Schließlich ist damit niemanden geholfen. Und wirklich tragische Unfälle würden wieder eine höhere Bedeutung bekommen. Die Journalisten schießen sich mit ihren Terrormeldungen übrigens ins eigene Knie. Denn derzeit werden die Sicherheitsbestimmungen wieder hochgesetzt und in den Staaten überlegt man sich, Laptop und co. während des Fluges zu verbieten. Dann sollte man aber auch die Multimedia-Systeme in den Flugzeugen abschalten. Denn das wäre dann nur mehr als konsequent.

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