Grüne wollen Veggie-Day. Der Fleischesser ‚kocht‘.

Um zumindest in öffentliche Kantinen etwas mehr Gesundheitsbewusstsein zu befördern, haben die Grünen in ihr Wahlprogramm die Forderung nach einem Veggie-Day beigefügt. Solch ein fleischloser Tag  soll nicht nur die Massentierhaltung entlasten sondern natürlich auch den Menschen gut tun. Kaum ist die Forderung veröffentlicht, hagelt es auch schon einen Sturm der Entrüstung. Die Grünen seinen mit dieser Forderung unwählbar geworden, schreiben viele. Es ist auch die Rede von Bevormundung und Gängelung. Jeder solle selbst entscheiden dürfen, wann er Fleisch und wann er lieber Soja-Bratlinge verspeisen möchte.

Viele sind der Meinung, dass der Mensch intelligent genug sei selber festzustellen, ob der tägliche Fleischkonsum noch im gesunden Rahmen verläuft. Leider entspricht dies nicht Realität. Denn wäre der Mensch intelligent genug, gäbe es nicht so viele Adipositas-Patienten (= stark Übergewichtige). Pro Jahr und Bundesbürger verspeisen wir im Schnitt 60 Kilogramm Fleisch. Schon lange warnen Ernährungsexperten vor den negativen Folgen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arthrose. Doch der Mensch hört eben nicht auf den gesunden Menschenverstand sondern folgt in erster Linie der Fleischeslust.

Der Kommentator „Student S.“ bringt es auf der taz-Seite passend zum Ausdruck:

… dass die Bevormundung auch jetzt schon stattfindet. Jedoch von der Gesellschaft selbst. Jeden Tag wird der „mündige“ und „freie“ Bürger bevormundet Fleisch zu essen, weil es in den meisten Kantinen gar keine vegetarischen bzw. veganen Alternativen gibt. Heißt das „richtige“ Essen wird von vorn herein indoktriniert.

Unsere europäischen Nachbarn sind in dieser Hinsicht bereits viel weiter. In den Niederlanden und in Dänemark gibt es bereits seit längerem einen ganz offiziellen Veggie-Day in allen öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Kindergärten, Behörden). Einmal pro Woche gibt es dort ausschließlich Gerichte mit Gemüse, Obst oder Nudeln. Die Akzeptanzquote liegt bei über 70 Prozent (leider ohne Quellenangabe). Der allgemeine Protest war in diesen Ländern weitaus geringer wie in der Bundesrepublik-Fleischland. Und obwohl es dort nun einmal pro Woche kein Fleisch auf dem Teller gibt, leben die Niederländer und Dänen nicht schlechter oder sind schlechter gelaunt.

Passend zum zügellosen Fleischkonsum erscheint am selben Tag die Meldung über den ersten Hamburger aus der Petrischale. Künstlich gezüchtetes Rindfleisch und im jetzigen Entwicklungsstand angeblich noch reichlich geschmacklos. Die Wissenschaftler erhoffen sich damit, den immer größer werdenden Fleischkonsum befriedigen zu können und damit auch eine Alternative zur Massentierhaltung zu bieten. Dann doch lieber ein Veggie-Day.

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2 Kommentare

  1. Der Kommentator in der taz irrt. In fast jeder öffentlichen Kantine wird täglich ein vegetarisches Gericht angeboten. Auch das vegane Angebot nimmt ständig zu.
    Wobei mich immer nachdenklich macht warum es vegane Subsitute für Fleich mit der Bezeichnung Wurst und Schnitzel gibt! Soll damit der Fleischesser mit Ersatzprodukten von der Veganen Ernährung überzeugt werden oder ist dem Veganer das ewige Tofu und Sojaeinerlei zu langweilig?

    Ich bin Fleischesser, esse viel Gemüse und mind. einmal in der Woche kein Fleisch und einmal in der Woche Fisch, benötige keine Vitamine die künstlich als Ergänzungsprodukte zu geführt werden müssen … Der Ernährungswissenschaftler spricht dann von einer ausgewogene Ernährung.

    Übrigens habe ich kein Übergewicht und einen passenden Bodyindex!

    Fleisch ist auch Genuß – Guten Appetit!

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