Wegen Explosionsgefahr wurde die Grammatik evakuiert

Heute Nachmittag veröffentlichte Spiegel-Online nachfolgenden Artikel (Ausschnitt):

Wie man unschwer erkennen kann, musste es dabei schnell-schnell gehen. Ebenfalls schnell hätte es in Müllheim durch die Entgleisung eine Explosion geben können. Ich habe übrigens auch leicht einen sitzen und bin dadurch schnell entzündbar. Oder sollte ich eher sagen: ich nehm’s leicht, weil ich schnell geladen bin?

Explosionsgefahr hin oder her. Selbst Gebäude wurden dabei evakuiert. Das muss man sich mal vorstellen: tonnenschwere Betonbauten wurden einfach so weggebracht. Oder wollte der Redakteur schreiben, dass Menschen aus den Gebäuden evakuiert wurden? Gebäude kann man durch eine Evakuierung höchstens räumen. Siehe „evakuieren„.

Zum Glück ist gleich Wochenende, dann kann sich jeder mit einem kühlen Alster-Wasser – alternativ Radler – die explosive Stimmung wieder runter kühlen. In der Hoffnung, dass nicht irgendwo noch ein Duden explodiert.

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2 Antworten zu Wegen Explosionsgefahr wurde die Grammatik evakuiert

  1. Mauslflaus 10. Juni 2011 um 13:44 #

    ähem, das ist jetzt ziemlich peinlich. „evakuieren“ kommt von vakuum, und bedeutet „leermachen“. d.h. das gebäude wird leergemacht. menschen kann man gar nicht evakuieren, sondern nur gebäude, städte, plätze.
    insofern ist die formulierung im spiegel vollkommen korrekt.

    • der Mops 10. Juni 2011 um 18:36 #

      @Mauslflaus
      Ich zitiere mal den Duden zu „evakuieren„:
      1.a. wegen drohender Gefahr von seinem [Wohn]platz wegbringen, [vorübergehend] aussiedeln
      1.b. durch Evakuieren räumen
      2. (Technik) (in einem Hohlraum o. Ä.) ein Vakuum herstellen

      Punkt 2 trifft nicht auf den im Artikel beschriebenen Vorgang zu. Daher ist auch Ihre Aussage nicht korrekt.

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