Walulis sieht fern. Weg wäre allerdings besser.

Donnerstag, 23:05 Uhr, Tele 5 .Eine neue Fernsehsendung wird ausgestrahlt: Walulis sieht fern. Wer die Sendung nicht gesehen hat, hat nichts verpasst. Sie ist eine belanglose, langweilige Mischung aus Kalkofes Mattscheibe, Switch reloaded und ungesendetem Material aus der Harald-Schmidt-Show. Präsentiert wird das Ganze von Philip Walulis, der in seiner Rolle wie ein ferngesteuerter Versicherungsmakler wirkt.

Auf der Homepage heißt es zur Sendung: „Walulis sieht fern ist eine 4-teilige, 30 minütige Comedysendung, die einen unterhaltsamen Blick auf den täglichen TV-Wahnsinn wirft und dabei die Hintergründe und Funktionsweise von Fernsehsendungen zeigt.
Nicht alles was sich eine Comedysendung nennen darf, ist auch unterhaltsam. Bei den wenigen lustigen Momenten fragt man sich, ob es Absicht oder pure Schludrigkeit der Gagschreiber war. Jemand der sich mit einem Hammer auf den Daumen haut, hat weniger Spaß an der Szene als ein Beobachter der selben Szene.
Die Erklärfilmchen zur Funktionsweise bestimmter Sendungen wirken auf den Zuschauer wie der Versuch einer Adaption der Sendung mit der Maus – nur für Erwachsene.

In der aktuellen Ausgabe drehte sich vieles um Kochsendungen. Die ganze belanglose Liste der Kochsendungen wurde aufgezeigt, Kopien von Kochsendungen wurden verglichen, die Dramaturgie und die fiesen Tricks in Kochsendungen wurden gezeigt, wie Promis in die Sendungen finden und wie man überhaupt Promis für solche Sendungen findet.
Bereits nach wenigen Sekunden beginnt man sich zu fragen, wieso man 30 Minuten eine Sendung anschauen soll, welche andere Formate kritisiert, die ebenfalls keiner anschauen möchte. Voyeurismus hebt nur dann die Laune, wenn das Objekt der Begierde auch sehenswert ist. Müll bleibt auch aus einer anderen Perspektive immer noch Müll.

Zu den quälend langweiligen Gags kommt der quälend unwitzige Philipp Walulis hinzu. Wer ihn noch nicht kennt, hier eine kleine Zusammenstellung seines Schaffens: Autor beim Jugendangebot on3 des Bayerischen Rundfunks, Moderator und Redakteur beim Jugendmagazin MyPokito bei RTL2 und Reporter bei DASDING.tv im SWR .
Die Zeit schreibt über ihn: „Seine Persiflagen zielen auf die Quotenbringer ab. Und treffen.“ Nun ja, Schrankwand Eiche-Rustikal in einem Kinderzimmer trifft auch, ist aber kein Quotenbringer. Doch offensichtlich sehen Fernsehverantwortliche dies etwas anders. Kurz nachdem Walulis sieht fern den Grimme-Preis gewonnen hat – meiner Meinung nach völlig unzutreffend – schnappt sich die ARD die Sendung und zeigt sie ab Mai auf dem neu gestalteten Kanal Eins-Plus. Hierfür hat man bereits auch weitere Folgen produzieren lassen.

Die Idee der Sendung hätte Potential. Doch in ihrer jetzigen Ausführung ist sie so abstoßend wie die Formate und Sendungen, welche sie selber kritisiert. Philipp Walulis ist zwar ein gewandter Schnellredner. Doch für ein Gagformat fehlt im das freche Grinsen in der Stimme. Er könnte wunderbar als Sidekick in der Harald-Schmidt-Show brillieren oder selbst in der heute-Show eine gute Figur abgeben. Für Walulis sieht fern ist er allerdings eine Nummer zu schwiegermütterlich.

Der Präsentator Walulis bringt das ganze Elend am Ende selbst auf den Punkt: „Fernsehen macht blöd aber unheimlich viel Spaß.“ Wenn man vom verblödenden Fernsehen Spaßpusteln bekommt, mache ich mir allerdings so meine Gedanken.

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