Meine erste Lebensmittel-Bestellung aus dem Internet

Kann eine Lebensmittel per Paketdienst funktionieren? Und lohnt sich das alles überhaupt? Ein Selbstversuch mit „Allyouneed“.

„Allyouneed Fresh“ ist eine DHL-Tochter und als Supermarkt im Internet zu verstehen. Bestellt wird über den PC, das Smartphone oder über eine der Apps. Geliefert wird im Normalfall per DHL-Paket oder bei verderblichen Waren per DHL-Kurier. Bei „Allyouneed Fresh“ gibt es alles, was der normale Supermarkt auch zu bieten hat: Obst, Gemüse, Getränke, Frischeprodukte, Konservenware, Drogerieartikel, Tiernahrung und selbst Elektroartikel.

Aufmerksam geworden bin ich auf „Allyouneed“ durch eine Rabattaktion. Stellenweise gab es bis zu 50 Prozent Nachlass auf ausgewählte Produkte. Dies nahm ich zum Anlass, mal mal einen Versuch zu wagen und meine Vorräte etwas aufzufüllen. Sensible Lebensmittel wie Eier oder Bananen habe ich mich nicht getraut zu bestellen; schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, wie bei den Paketdiensten die Sendungen des öfteren unsanft sortiert werden.

Das Bestellen geht so einfach wie bei fast keinem anderen Onlineshop. Warengruppen durchforsten oder direkt per Eingabe einen speziellen Artikel suchen, den Warenkorb-Button klicken, fertig. Frische- oder Tiefkühlprodukte sind mit einem speziellen Symbol (blaues Thermometer) gekennzeichnet. Dafür fallen extra Versandkosten in Form eines Frischezuschlags von 4,90 Euro an. Wer in einer der gesonderten Metropolregionen wohnt, kann generell per Kurier liefern lassen möchten; dann entfällt der Frischezuschlag. Zu diesen Metropolregionen gehören unter anderem Hamburg, Berlin, das Ruhrgebiet, Frankfurt oder München.

Da ich also bereits ein paar Frischeprodukte im Warenkorb hatte, bereits bei über 40 Euro Warenwert war und zudem in Berlin lebe, habe ich mir kurzerhand für den Kurierversand entschieden. Ab 40 Euro kostet dieser Service keinen Aufpreis. Für die schnelle Art der Lieferung gibt es zwei mögliche Zeitfenster: entweder zwischen 18 bis 20 Uhr oder 20 bis 22 Uhr. Bestellt … gewartet. Die Lieferung wurde per SMS angekündigt. Der vorhergesagte Zeitraum wurde leider circa 30 Minuten überschritten, was ich jedoch nicht weiter als schlimm betrachte.

Problem #1: Verpackungsmüll
Peer Schader vom Supermarktblog hat sich in seinem eigenen Posting bereits über den großen Verpackungsmüll beschwert. Bestellt hatte er über den klassischen DHL-Service. Wer den riesigen Berg an Kartonage und Einweg-Kühlakkus sieht, kommt schnell ins Zweifeln, ob der Paketservice die richtige Form des Lieferweges für Lebensmittel ist.
Wer per Kurier liefern lässt, hat danach zumindest kein Problem mit dem Müll. Denn der Fahrer kommt mit versiegelten Plastikboxen, in denen die persönliche Bestellung liegt. Verteilt auf mehrere Einkaufstüten. Handlich, praktisch und wie ein gewohnter Einkauf im Supermarkt.

Allyouneed-fresh Lieferung

Problem #2: Pfandflaschen
Verlockend ist das Bestellen von schweren Getränkeflaschen. Im Sortiment werden jedoch keine Glaspfandflaschen und ebenso keine Getränkekisten angeboten. Zu kaufen gibt nur die leichten PET-Flaschen und diese auch nur einzeln. Wie üblich fallen die normalen Pfandgebühren von 25 Cent pro Flasche an. Diese sind auf der Rechnung auch gesondert ausgewiesen.

Die Probleme beginnen spätestens, wenn der Inhalt geleert und man das Pfand wieder haben möchte. Entweder trägt man wie ein Pfandsammler das Leergut zum nächst gelegen Supermarkt. Dann allerdings hat Bestellen übers Internet wenig Sinn. Denn was nutzt es, wenn die Waren per Lieferdienst bis ins Haus finden, der Müll dann aber selber entsorgt werden muss.
Man kann seine Pfandflaschen aber auch kostenpflichtig an einer Berliner Adresse von Allyouneed zurück senden, um danach eine Gutschrift in Höhe der eingesendeten Pfandaufschläge zu erhalten. Das macht wohl kein Mensch. Wer schnürt wohl freiwillig ein großes Paket und klebt dann noch Porto für 5 Euro drauf? Also bürdet man dem lokalen Supermarkt die Entsorgung auf.

Bestellen über das Internet und liefern bis vor die Haustüre ist eine feine Sache. Ich suche mir mein Obst jedoch gerne selber aus; dies gern auch täglich neu und frisch. Diesen Service kann mir kein Lieferdienst bieten. Die Problematik mit den Pfandflaschen ist auch ein Grund, solche Getränke wie gewohnt weiter im Supermarkt zu kaufen. Also bleibt es bei grob beim Nonfood wie Klopapier und allen unproblematischen Konservenwaren.

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