Iss Farbenfroh – Knorr erfindet farbige Lebensmittel neu

Die neuste Kreation aus dem Hause Knorr – vom großen Chemie- und Lebensmittelkonzern Unilever – sind die Packungen „Iss Farbenfroh„.

Unilever fragt dazu auf seiner Internetseite:

Warum Buntes so wichtig für uns ist

Und antwortet mit einer marketing-gerechten Weichspüler-Antwort: Am besten hält man es mit der Faustformel „Iss bunt, dann bleibst Du gesund!“ Was gut klingt, legen uns Ernährungsexperten durchaus ans Herz. Denn beim Essen gilt: Je farbenfroher, desto abwechslungsreicher – und wer farbenfroh isst, ernährt sich ausgewogen.

Soso. Die guten Tellerlinsen, leicht gräulich-bräunlich und ohne jeglichen Geschmack, sind plötzlich weniger gesund als eine Tüte „Iss Farbenfroh Grüne Suppe Spinat & Bohnen„. Und ein schnell zubereiteter Salat aus frischen Karotten mit etwas Zitronensaft ist nach Definition von Unilever weniger gesund als eine Tüte dehydrierter Suppe „Iss farbenfroh“ Orange Suppe Kürbis & Karotten„!?

Warum bunt nichts mit gesund zu tun hat

Die Farbe von Gemüse bzw. Obst sagt rein gar nichts aus über den Gesundheitsfaktor. Spinat ist beispielsweise lange nicht so gesund – wegen seinem angeblich hohen Wert an Eisen – wie man früher berichtet hatte. Auch eine Orange hat weitaus weniger Vitamin C als eine gelbe Paprika. Und eine Tomate enthält nur viel Wasser und sonst nichts Wichtiges. Eine Kartoffel hingegen ist wiederum gesünder als eine Tomate, obwohl sie lange nicht so farbenfroh ist. Auch eine Kiwi würde keinen Preis beim „Best-of“ der Farbwahl erhalten; doch sie enthält einiges an Vitamin C.
Univlever reitet mit „Iss farbenfroh“ eine etwas sehr seltsam anmutende Sau durch Marketingdorf. Doch es ist natürlich im Sinne eines Lebensmittel- und Chemiekonzerns, die eigenen Produkte an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Bevor man sich mit frischem Obst und Gemüse, wahlweise auch tiefgekühlt, eindeckt, soll man lieber zu den (teuren) Produkten der Food-Designer greifen. Und weil bunt eben attraktiver aussieht als graue Pampe oder weißes Pulver, hofft man bei Unilever auf reichlich Nachfrage. Wer hingegen die Produkte aus dem Industrielabor links liegen lässt und statt dessen auf frische Nahrungsmittel setzt, lebt wahrscheinlich nicht nur eine ganze Spur gesünder sondern auch um einiges farbenfroher.

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