Der Middelhoff und seine treuen Freunde

Der Middelhoff ist ein wirklich guter Manager. Er hat in Manager-Schulungen nicht nur gelernt, wie man einen solch großen Konzern wie Arcandor perfekt führen sondern auch wie man sich nebenbei noch eine goldene Nase verdienen kann. Möglich machen dies ein paar Beteiligungen bei den richtigen Freunden und ein ausgetüfteltes Machenschaftsverhältnis.

Damit das Geld im richtigen Kreis fließt, benötigt man nicht viel. Als Manager verfügt man über die nötigen Barmittel. Zum perfekten Spiel braucht man dann nur noch ein paar eingeweihte Beteiligte, welche das Geld in die richtigen Kanäle fließen lassen. Herr Middelhoff hatte da wohl in seinem Vermögensverwalter Josef Esch einen solch treuen Freund gefunden. Dessen Anwalt war an ein paar Beteiligungsgesellschaften derart stark beteiligt, dass es fast schon auffällig war. Für die großzügigen Geschäfte hat sich Esch dann auch wohl großzügig bedankt. Man munkelt, dass Herr Middelhoff die bescheidene Villa im französischen Saint-Tropez und die 33-Meter-Motoryacht mit  4000 PS-Motörchen wohl nur diesen Beteiligungen zu verdanken hat.

Und da Herr Middelhoff ein wunderbarer Manager ist, hatte er auch noch eine andere wunderbare Idee. Zusammen mit Esch’s Beteiligungsgeklüngel und ein paar anderen involvierten Familien hat er einen Immobilienfonds auferlegt, welcher vom Bankhaus Sal. Oppenheim verwaltet wurde. In diesem Immobilienfonds waren etliche Karstadt-Immobilien eingetragen, welche an Arcandor bzw. Karstadt zu horrenden Preisen rückvermietet wurden. Wahrscheinlich ist dies einer der Gründe, warum Karstadt nun pleite ist. Das Geld ist weg und am Schluss soll’s keiner gewesen sein.

Das Ganze klingt etwas obskur, und so sieht es auch die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität, welche nun wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Aber Herr Middelhoff ist ein guter Manager. Daher hatte er die gute Idee, ein Gutachten anfertigen zu lassen. Die Gutachter kommen zu dem erschreckenden Ergebnis, dass eine Klage gegen die Beteiligungsfirmen von Esch aussichtslos wäre. Und deshalb versucht man es auch gleich gar nicht. Es geht ja auch nur um die Kleinigkeit von 100 Millionen Euro. Peanuts – pardon Freundschaftsgeld. Middelhoff ist ein wirklicher perfekter Manager. Er überlässt nichts dem Schicksal. Und er ist loyal seinen Freunden gegenüber. Schließlich hat er ihnen einiges zu verdanken.

Die satirefreie Version kann man bei Spiegel-Online nachlesen.

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