Verluste durch Abschreibungen auf Beteiligungen

In den letzten Wochen liest man sehr häufig folgende Aussage, wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen präsentieren muss:
Es wurde ein Verlust in Höhe von X Euro erwirtschaftet, welcher durch Abschreibungen auf Beteiligungen entstanden ist.

Die Beteiligungen sind wohl bei fast allen Firmen das zentrale Thema. Übersetzen könnte man das ganze aber auch mit: Wir haben uns in anderen Finanzmärkten verspekuliert. Statt das Geld in die eigene Firma zu investieren, haben wir lieber ein paar Finanztitel gekauft. Schließlich brachten die in guten Tagen fast 20 Prozent Rendite.

Früher war es für den Anleger wichtig zu erfahren, ob ein Autokonzern 100.000 Autos mehr oder weniger produziert hat oder der Umsatz der Büromaschinen durch neue Innovationen angekurbelt wurde. Das interessiert heute keinen mehr. Entscheidend ist, dass die Rendite nicht unter 7 Prozent fällt.
Für Unternehmen ist es schon lange nicht mehr vordergründig interessant zu erzählen, was man alles getan hat, um den Laden zukunftssicher zu halten oder machen. Wichtiger ist es, die Rendite zu nennen. Denn nur damit kann man neue Anleger ködern. Wen interessiert es schon, ob es den Laden nächstes Jahr noch gibt. Hauptsache die Rendite stimmt bis dahin.

Die Unternehmen stehen im Zugzwang. Durch natürliches Wachstum kann man keine 10 Prozent (oder mehr) Gewinn erwirtschaften. Man kann nicht schneller expandieren oder mehr Produkte verkaufen als es der Markt hergeben würde. Der Käufermarkt hat eine natürliche Grenze. Streng genommen kann der Käufermarkt nur so stark wachsen, wie sich das Lohnniveau nach oben hin verändert.
Es gibt allerdings noch eine andere Spielwiese für Investitionen: der Finanzmarkt. Dort heißt es cleverer sein als der Rest. Dafür kann man aber traumhaft hohe Renditen erzielen. Diese fließen in das Gesamtergebnis des Unternehmens mit ein – als Beteiligungen – und erhöhen die Rendite enorm.

Viele Unternehmen unterhalten ihre eigene Hausbank – vorzugsweise die Automobilhersteller. Und dies nicht ohen Grund. Denn mit dem reinen Verkauf von Waren ist heute kein ordentlicher Strauß Blumen mehr zu erzielen. Zumindest nicht hohen Renditen, wie wir sie in letzter Zeit beobachten konnten. Daran sind nicht nur die Unternehmen selbst schuld sondern auch die übersteigerte Gier der Anleger. Nur wenn sich alle wieder auf ihre natürlichen Wurzeln berufen, werden wir auch ein tragfähiges und zukunftssicheres Anlegesystem bekommen.

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