Der Mamma-Mia Parteitag der CDU

Kinders, war das ein Fest für Mutti. Mit 98 Prozent der Delegiertenstimmen wurde Angela Merkel zur neuen-alten Vorstandsvorsitzenden der CDU wieder gewählt. Solche Traumquoten gab es zuletzt für Erich in der DDR .. oder für den Ziehvater Helmut Kohl im Jahre 1975 (99,3 Prozent). Mutti zeigte sich erfreut: „Ich bin platt und bewegt.“ Das ist der feine Unterschied zur DDR. Heute hat man zwar freie Wahlen, aber dafür genauso wenig Auswahl. Denn andere Kandidaten standen nicht zur Wahl. Da wäre ich auch platt.

Ansonsten war der Parteitag eine einzige One-Woman-Show. Alles war auf und für Angela Merkel abgestimmt. Sie ist die Chefin in der CDU und hält das Zepter in der Hand. Dabei durfte sich auch nochmals ihren neuen Lieblingssatz sagen: „Diese Bundesregierung ist die erfolgreichste Bundesregierung seit der Wiedervereinigung.“ (Link inkl. Video) Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Angela Merkel als „Mutti“ bezeichnet wird. Ihre besonnene und staatstragende Art kommt beim Volk gut an. Man vertraut ihr und man fühlt sich gut regiert – wie von Mamma eben.

Vor wenigen Tagen haben die Piraten ihren eigenen Bundesparteitag abgehalten. Medienbeobachter werfen den Piraten Unprofessionalität und Realitätsferne vor. Die selben Medienbeobachter sind jedoch bei der heuchlerischen Veranstaltung der CDU voll des Lobes. Da wird schnell zur Floskel vom „alternativlos“ gegriffen. Nur mit Merkel kann die CDU gewinnen. Und so wie es jetzt läuft, kann es nur weitergehen. Alles andere wäre absolut alternativlos.
Mutti hat bei Ihrer Rede die Truppe schon mal auf die harten Zeiten eingeschworen. Auch von Herkulesaufgaben die es zu bewältigen gilt und von tendenziellen Abstrichen die der eine oder andere hinnehmen muss. Auf eine Frauenquote-Lite (Flexi-Quote) konnte man sich einigen. Auch das Mütter eine Rentenerhöhung erfahren sollten. Dem Ehegattensplittung für homosexuelle Paare erteilte man hingegen ein Nein.

Einen empfindlichen Dämpfer gab es für die wahre Mutter der Nation. Ursula von der Leyen. Sie wurde nur mit 69 Prozent zur stellvertretenden CDU-Vorsitzenden wiedergewählt. Mutti ist eben nicht gleich Mamma. Es kann nur eine Obermutter der Nation geben. Den konservativen Mitgliedern ist die engagierte Frau von der Leyen wohl etwas zu rabiat. Frauenquote, Grippenausbau, Mindestlohn. Das ist einigen dann doch zu sozial.

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