Bezahlen per PayPal – ein Erfahrungsbericht

Einkaufen bzw. Bezahlen mit PayPal ist einfach. Man meldet sich bei PayPal an, gibt seine Kreditkartennummer oder die Bankverbindung an, und schon kann es losgehen mit dem Shoppen. PayPal entstand als Tochterunternehmen der eBay-Gruppe. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, wenn viele Auktionen bei eBay mit dem PayPal-Bezahllogo sich schmücken. Für den internationalen Handel bzw. Kauf von Waren ist PayPal gerade prädestiniert. Über nationale Grenzen hinweg kann jeder Artikel in sekundenschnelle bezahlt werden. Kein Scheck muss versendet und keine Banktransaktionen müssen getätigt werden. Dies erledigt alles PayPal. Natürlich ist der Service nicht ganz kostenlos – zumindest für den Verkäufer von Waren bzw. für den Empfänger der Zahlung. Dass PayPal allerdings unbemerkt und auf recht perfide Art und Weise auch vom Sender der Zahlung (Empfänger der Ware) Geld verlangt, ist nur sehr schwer zu sehen. Mein kleiner Erfahrungsbericht steigt in das unbeleuchtete Kapitel ein.

Über eBay habe ich eine Digitalkamera aus England gekauft. Die einfachste und schnellste Bezahlmethode war für diesen Fall: PayPal. Dem Link in eBay gefolgt, lande ich bei PayPal. Ich logge mich mit meinen Zugangsdaten ein und sehe die Transaktionsdaten zur Auktion:

Originalpreis:      208,00 GPB
zu zahlender Preis: 306,00 EUR
Zahlungsmethode:    Kreditkarte

Prima denkt man sich, PayPal hat ja gleich das Englische Pfund in Euro umgerechnet. Ein Klick und es geht zum definitiven Bezahlen. Doch da schwebt im Begleittext ein kleiner Hinweis: Bezahlmethode ändern. Was sich wohl dahinter verbergen mag?

Bezahlmethode ändern: Kreditkarte (eine andere Möglichkeit bestand nicht)
Umrechnungsmethode: Preis in Euro umrechnen oder in Originalwährung bezahlen
Die Auswahl lag auf „Preis in Euro umrechnen“. Hmm, kurz überlegt: PayPal ist ein Bank. Also benötigt sie auch einen Umrechnungskurs für diese Auslandstransaktion. Der Umrechnungskurs betrug zum Zeitpunkt der Bezahlung ca. 0,679 GPB : 1 EUR. Ein schneller Blick auf den Umrechnungskurs an der Frankfurter Börse zeigte ein anderes Bild. Dort bezahlte man zum Zeitpunkt hingegen 0,698 GPB für 1 EUR. Je höher der Pfundkurs desto günstiger kommt man weg.

Also flugs die Einstellung geändert auf „in Originalwährung bezahlen„. Und prompt folgte eine Ermahnung von PayPal, welche sinngemäß lautete: „Sie wollen den Artikel in der Originalwährung bezahlen. Dies kann zu höheren Transaktionsgebühren bei Ihrer Kreditkartenabrechnung führen.“ Was solls dachte ich mir, das probier ich jetzt einfach aus. Viel schlechter wird es damit hoffentlich nicht werden.

Die Kreditkartenabrechnung kam und jegliche Angst war umsonst. Die Transaktion kam mich durch diesen Schritt noch billiger, als ich beim Bezahlen bereits errechnet hatte. Der Umrechnungskurs wurde mit ca. 0,71 GPB zu 1 EUR taxiert. Es kam zwar noch eine Gebühr von 2,50 Euro für den Auslandseinsatz hinzu, aber unterm Strich habe ich durch diesen Schritt ca. 5 Euro gespart.

Hätte ich innerhalb der PayPal-Transaktion die Umrechnungsart nicht geändert, würde auf diesem Wege die eBay-Bank sich die 5 Euro einstreichen können. PayPal nutzt die Möglichkeiten einer vollwertigen Bank und vergibt sich selbst einen sehr attraktiven Umrechnungskurs. Unterm Strich werden wohl die allermeisten die direkte Umrechnung in ihre Heimatwährung wählen – zumal es bereits als Standardauswahl besteht und die Umstellung dieser nur über einen relativ unscheinbaren Link erfolgen kann.

Für PayPal ist die Lage klar. Man möchte durch diese Vorauswahl den kleinen Gewinn durch die Transaktion selber einfahren. Für den Käufer ist die Lage allerdings überhaupt nicht klar. Für ihn macht es den Anschein, als müsste die Fremdwährung vor dem Bezahlen umgerechnet werden. Die weiteren Möglichkeiten verstecken sich hinter einem Link. Ob dieses Verfahren transparent genug ist, darf bezweifelt werden. Besser wäre es, wenn der Kunde direkt in der Bezahlmaske die Umrechnungsoptionen auswählen könnte. Doch dann würden vielleicht noch viele andere PayPal-Bezahler sehen, dass der Umrechnungskurs der PayPal-Bank äußerst schlecht ist.

Vielleicht zwingt die englische Finanzaufsicht das PayPal-Unternehmen irgendwann einmal dazu, dem Bezahler mehr Transparenz zu offenbaren.

Ich habe meine Leere daraus bereits gezogen, und werde in Zukunft nur noch in der Originalwährung bezahlen; egal welche höheren Gebühren mir PayPal erzählen möchte. Die höheren Kosten hat man mit PayPal. Service hat schließlich seinen Preis.

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5 Antworten zu Bezahlen per PayPal – ein Erfahrungsbericht

  1. Harry 14. Dezember 2007 um 11:43 #

    1 GPB : 0,679 EUR
    Das muß wohl umgedreht sein…

  2. der Mops 14. Dezember 2007 um 12:43 #

    Danke für den Hinweis.
    Der Beitrag wurde dementsprechend überarbeitet.

  3. Anonymous 8. November 2009 um 19:28 #

    Ich habe ein spiel bei Ebay ersteigert.
    Ich habe dieses Spiel bekommen DVD war beschädigt obwohl Verpackung ok war. ich nehme an das der Verkäufer mich betrügen wollte und hat ein defektes spiel gesendet. nach dem Vorfall habe ich auch dem Verkäufer mehrmals versuch anzurufen aber ohne erfolg, anschließend hat der Verkäufer seine Bewertungen auf privat gesetzt, somit ist es für mich verständlich wenn sich jemand mit seinen Bewertungen versteckt das er ein Betrügen möchte. Ehrliche Leute verstecken ihre Bewertungen nicht.
    Mit PayPal habe ich Bezahlt, habe ich geglaubt das PayPal Bezahlen sicher ist
    aber heute ist mir bewusst das diese Sicherheit ist nur eine Märchen, mein Geld ist weg und ich habe nichts.
    Käuferschutz? Schreibt mir PayPal nach über eine Monat: Unsere Untersuchungen in diesem Fall sind abgeschlossen. Leider können wir in diesem Fall nicht zu Ihren Gunsten entscheiden.

  4. Anonymous 2. Juni 2011 um 11:12 #

    Bei internet Transaktionen sollte man allgemein aufpassen da es nunmal viele betrüger gibt und das internet ihnen eine gute Plattform bietet ihre kriminelle Energie einzusetzenwirklichen Käuferschutz gibt es nicht da es einfach viel zu aufwendig ist für ein unternehmen wie ebay jedem kleinen erfloglosanmutenden beweis nachzugehen.

  5. Reisefan 30. Oktober 2012 um 21:10 #

    Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung. Ich habe gerade den von mir gekauften Artikel so bezahlt, wie es empfohlen wurde.

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