Beim ZDF vergleicht man gern Äpfel mit GEZ

Das Wort GEZ-Gebühr darf man nicht mehr abmahnfrei verwenden. Statt dessen drängt die GEZ und die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten auf den Terminus „gesetzliche Rundfunkgebühr“. Wie dem auch sei, es bleibt eine Gebühr, welche durch die GEZ eingezogen wird. Ein staatlicher Witz erster Güte. Millionen deutscher Hartz-4-Empfänger könnten öffentlich einklagen, dass Hartz4 die falsche Bezeichnung sei und dies eine Erniedrigung darstellt. Hartz4 ist nur ein Bündel aus Gesetzen. Die tatsächliche Leistung nennt sich weiterhin „Arbeitslosengeld II (ALG2)“. Aber wie dem auch sei.
Beim ZDF ist man indes bemüht, ein wenig Durchblick zum Thema GEZ zu schaffen. Schließlich liegt den Sendern vieles daran, ihre „Kunden“ und „Noch-Nicht-Zahler“ ausreichend über das Thema Rundfunkgebühren und GEZ zu informieren.

Unter www.heute.de finden sich Zuschauerfragen zu den Rundfunkgebühren. Neudeutsch hätte man es auch FAQ nennen können, doch beim ZDF versteht dies dann nur noch 5% der Leser. Man geht in den Fragen unter anderem auf die neue Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes. Einige Fragen lauten daher:
– „Dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender in Zukunft die Gebührenhöhe selber festlegen?
– „Steigt nach dem Urteil jetzt die Rundfunkgebühr?
– „Bedeutet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass jetzt nachträglich die Gebühr erhöht wird?

Äpfel und Birnen.
Die „FAQ“ schwenkt ab der Mitte in eine Art ungewollter Humor. Es wird die berechtigte Frage gestellt, ob 17,03 Euro nicht zu viel für ARD und ZDF seien. Es werden sinnfreie und sinnlose Vergleiche mit anderen Medien angestellt. So wird beispielsweise aufgeführt, dass ein FAZ-Monatsabo ganze 42 Euro kostet. Was hat die FAZ mit den Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten und deren Angeboten zu tun? Richtig: nichts! Aber beim ZDF erwähnt man es trotzdem mal gern.
Für 17,03 Euro gibt es Angebote von ARD, ZDF, den dritten Programmen, 3sat, Phoenix, arte, Kinderkanal, die vielen digitalen Programme, Online- und Videotextangebote, Hörfunksender der ARD, Deutschlandfunk und Deutschlandradio. Aber was war nochmal mit der FAZ? Ach ja, deren Angebot kostet 42 Euro im Monat – bei einem längst nicht so umfangreichen Programm. Mein Internetzugang kostet übrigens pro Monat 20 Euro. Das Angebot im Internet ist übrigens den Programmen von ARD und ZDF haushoch überlegen. Vielleicht wollen ARD & ZDF gerade deshalb verstärkt im Internet investieren, weil dort das Angebot schon so breitgefächert ist. (!?)

ARD + ZDF zu teuer? Nicht mit dem passenden Vergleich.
Zum Schluss geht das ZDF in seiner Wissensdatenbank auf die Frage ein „Warum muss ich so viel Rundfunkgebühr zahlen, wo es doch ausreichend Privatsender gibt?“ Das ZDF erklärt, dass die Free-TV-Sender sich auf massenattraktive Unterhaltungsangebote konzentrieren. Dies ist zum großen Teil richtig. Weiterhin führt das ZDF in seiner Antwort auf, dass man sich bei den Öffentlich-Rechtlichen auf ein umfassendes Programm konzentriere, welches sich unabhängig von Politik und Wirtschaft verhält.
Mit „umfassendes Programm“ ist wahrscheinlich die ältere Zuhörer- und Zuseherschar gemeint. Anders lässt sich nicht erklären, wieso das umfassende Programm von ZDF im Schnitt die über 55-Jährigen sehen. Und dass man politisch völlig unabhängig agiert, beweißt man beispielsweise gern mal bei der ARD mit der Sendung „Sabine Christiansen“.

Das ZDF, die BILD-Zeitung und Klingeltöne.
Mit dem letzten Absatz landet das ZDF den besten Lacher. Das ZDF rechnet vor, dass das Online-Angebot pro Tag 15 Cent (der Rundfunkgebühren) kosten würde. Im Online-Angebot können unter anderem die Sendungen der letzten sieben Tage abgerufen werden. Eine einzige Ausgabe der BILD-Zeitung würde hingegen bereits 50 Cent kosten, ebenso viel wie ein Anruf bei 9Live. Eine Ausgabe der FAZ schlägt mit 1,60 Euro zu buche und ein Klingelton fürs Handy kostet im Normalfall 99 Cent. Daher kostet das komplette Programm des ZDF in der Woche so viel wie ein einziger Klingelton.

Was das ZDF mit diesen sinnfreien Vergleichen aussagen möchte, bleibt mir ein Rätsel. Ein Brötchen beim Bäcker kostet übrigens im Schnitt 30 Cent – also so viel wie zwei Tage Online-Angebote des ZDF. Für 4,39 Euro – so viel wie eine Monatsgebühr für das ZDF – erhält man auch eine Packung Kondome oder einen Beutel Senk-Holzschrauben.

Und für unschlagbare 3 Euro erhält man bei Amazon das Buch „Äpfel, Birnen und Co.“ .. übrigens ganz  GEZ-frei.

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Eine Antwort zu Beim ZDF vergleicht man gern Äpfel mit GEZ

  1. AstraAngel 2. Oktober 2007 um 11:03 #

    Und das allerwichtigste: im Gegensatz zur GEZ muss ich die FAZ nicht bezahlen wenn ich sie nicht lese!!! UND: ich kann die FAZ Webseite kostenlos nutzen! Einfach so! Genau wie Spiegel, Zeit und Heise..

    Ich bin dafür, dass es nur noch eine GRUNDversorgung gibt (ARD & ZDF bspw. für 5 Euro im Quartal) und alles darüber hinaus verschlüsselt wird. Wer diese Sender will, soll sie bezahlen, wie alle anderen Angebote auch. Webseiten seitens der ÖR gehören meines Erachtens NICHT zur Grundversorgung.

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