Krankenkasse: Yoga-Kurs ja, Fitnessstudio nein

Von einem Freund habe ich kürzlich etwas Groteskes erfahren. Durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung ist er gezwungen, sehr auf seine Gesundheit zu achten. Bereits seit Monaten geht er regelmäßig ins Fitnessstudio. Nun bekommt er von der Krankenkasse einen Yoga-Kurs gezahlt. Doch die Krankenkasse zahlt nur diese Therapie. Die Kosten für das Fitnessstudio möchte die Kasse nicht übernehmen.

Wie grotesk ist unser Gesundheitswesen? Die Krankenkassen zahlen Yoga-Kurse, Massagen, Kuraufenthalte, Ernährungskurse, usw. Aber wenn sich jemand effizient gesund halten möchte und dazu in ein Fitnessstudio geht, dafür zahlen die Kassen nichts. Was ist günstiger? Ein Monatsbeitrag in einem Fitnessstudio für ca. 50 Euro oder 4 Yoga-Sitzungen im Monat à 20 Euro? Die Rechnung ist jedoch ganz einfach. Die Kassen zahlen die vielen Kurse und Massagen „gern“, denn damit werden die vielen Therapeuten und Ärzte am Leben erhalten. Das ist ein Geben und ein Nehmen. Fitnessstudios sind allerdings in der Regel in privater Hand. Und deshalb zahlen die Kassen dafür nicht die Kosten. Denn damit fließt das Geld in die Privatwirtschaft und ist weg. Bei einem Physiotherapeuten hingegen verdient die komplette Gesundheitsbranche mit. Der Arzt der die Sitzungen verschreibt, die Kassenärztliche Vereinigung welche die Abrechnung macht, die Angestellten aus dem Gesundheitsfonds die die staatliche Gelder verteilen und die Kassen sowieso die das Geld auszahlen.

Es ist schon traurig, wie verkorkst unser Gesundheitssystem ist. Vetternwirtschaft geht vor Effizienz. Und am Ende wundern wir uns, wieso wir ca. 15 Prozent unseres Bruttolohnes für unsere eigene Gesundheit zahlen. Das sind bei einem Bruttogehalt von 2.500 Euro stolze 375 Euro pro Monat. Und am Ende muss man den Sportverein oder das Sportstudio noch selber zahlen. Also das Geld wäre in meinem Augen auch noch drin. Aber wer braucht schon gesunde Patienten!?

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2 Antworten zu Krankenkasse: Yoga-Kurs ja, Fitnessstudio nein

  1. A.Mayer 21. Januar 2010 um 15:00 #

    Ich bin weder in einem Heilberuf tätig noch betriebe ich ein Fitnessstudio.
    Meine Meinung:
    Ich würde weder einen Yogakurs noch die Kosten für das Fitnessstudio bezahlen.
    Was ist denn das für ein Anspruchsdenken ?
    Ich gehe Joggen, 50 km die Woche. Das kostet nix und hält mich gesund !
    So viel Interesse und Eigenverantwortung sollte man von jedem selbst erwarten können……

  2. T.Hanse 25. Januar 2010 um 10:50 #

    @A.Mayer
    Wie komen Sie bitte darauf, dass Joggen für jeden geeignet ist?
    Was ist mit Menschen die Rückenleiden haben, Hüftprobleme, andere gesundheitliche Einschränkungen die ein gezieltes Training benötigen?
    Eine „Ich mache soundso“ Aussage als allgemeingültig dar zu stellen ist einfach nur kurzsichtig und dumm.

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