Im Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden?

Wie schnell kann es gehen, ins Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden zu geraten? Schon seit Jahren ist bekannt, dass per Computer unzählige Telefonate, E-Mails und Faxe (geschätzt ca. 20% des täglichen Aufkommens) analysiert und automatisch ausgewertet werden. Es wird gemunkelt, dass man in ein Gespräch nur sporadisch die „magischen“ Worte Osama, Bombe, USA, Vergeltung, Anschlag einstreuen muss, um automatisch in der Gesprächsanalyse zu landen. Moderne Technik macht auch den BND flinker und mächtiger.

Vor knapp einem Jahr (31. Juli 2006) sollten zwei Kofferbomben in Regionalzügen explodieren. Dass das Vorhaben nicht funktionierte, war offenbar einem Konstruktionsfehler zu verdanken. Kurz nach den Anschlägen rollte wieder die typische Politiker-Anti-Terror-Welle: mehr Überwachung, mehr Kontrollen und – wie obskur – die Schließung bzw. Löschung aller Bombenbauanleitungen im Internet.

Jeder zehnjährige Schüler weiß bereits, wie man im Internet an Informationen gelangt, welche für ihn eigentlich nicht zugänglich sein sollten. Dabei ist es nebensächlich, ob es dabei um Schmuddelseiten, Waffenangebote oder Bombenbauanleitungen geht. Fakt ist, dass Informationen im Internet nicht vor einer Staatsgrenze halt machen. Was auf einem deutschen Server verboten wird, kann tags darauf auf einem amerikanischen Server wieder abruf bar sein – auch in Deutschland.
Die spannende Frage ist und bleibt: wie schnell gerät man in das Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden? Reicht es bereits aus, am Telefon die oben genannten „magischen“ Worte ein zu streuen? Steigt man dabei schon im BND-Ranking? Hat die Polizei ihr eigenes Scoring? Oder landet man durch solche Scherze gar in der Anti-Terror-Datei? Interessant zu wissen wäre es allemal.

Suchen Sie doch mal in der Google-Suchmaschine nach den Begriffen „Kofferbombe Bauanleitung„. Auf der ersten Seite findet sich ein Link zu diesem Blog: Das Verbrechen, das aus dem Internet kommt. Nun, eine Bauanleitung zu einer Kofferbombe werden Sie hier bei mir nicht finden. Doch auf den ersten Blick ist dies nicht eindeutig zu erkennen.

Nun ja, bei irgend etwas muss man ja Punkte sammeln. Wenn es schon nicht bei PayBack oder HappyDigits ist, so zumindest wohl „hoffentlich“ in der Anti-Terror-Datei.

PS: ich bin ein ganz gemeiner und gefährlicher Schläfer 😉
Fragen Sie mal meine Freunde.

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