Ein bisschen Krieg in Afghanistan für ein bisschen Öl

Unsere deutschen Soldaten sind in Afghanistan für friedensstiefende Maßnahmen und um die Demokratie im Land zu stärken. Nein, die spielen dort unten nicht ein bisschen Krieg. Niemals. Das war nie deren Mission und wird es offiziell wohl auch nie werden. Weil es unpopulär ist, dies dem Volk zu erzählen. Aber ist das Volk hingegen wirklich so blind, die wahren Hintergründe nicht zu erkennen?

Vor ein paar Tagen wurde ein Tanklastwagen beschossen. Blöde Sache; umso mehr wenn man daran auch noch beteiligt war. Kann schon mal vorkommen, wenn man in einem kriegerischen Land für Frieden sorgen soll. Schuld waren eh die anderen – die Amerikaner. Die sind ja auch daran schuld, dass man überhaupt zu dem Afghanistaneinsatz gezwungen wurde. Bündnisse verpflichten. Aber dies alles hat schon seine Berechtigung. Schließlich geht es darum, in Afghanistan für Frieden zu sorgen. Ich bewundere unsere deutsche Solidarität. Nur seltsam, dass man diese gerade in Afghanistan so stark zum Einsatz bringt.  Wieso ist unser Engagement nicht auch im Kongo oder in Bangladesch so groß? Ach ja, da gibt es keinen Terror.

Unsere deutschen Soldaten sollen für Afghanistan Brücken bauen, Schulen errichten und nebenbei dadurch die Demokratie ins Land bringen. Eine ehrenwerte Aufgabe. Nur hat mal jemand die Bevölkerung gefragt, was die von der westlichen Demokratie hält? Wie fände es das deutsche Volk, wenn plötzlich afghanische Militärtruppen uns den Koran aufzwingen würden? Die Begeisterung wäre wahrscheinlich vergleichbar gering. Eventuell könnte es auch zu tumultartigen Szenen wie in Afghanistan kommen. Aber was fasziniere ich. Die westliche Demokratie steht ja eh über dem fernöstlichen Koran – in jeglicher Hinsicht. Früher hätte man dazu Rassismus gesagt; heute ist es die Auslotung von Mächten.

Bleibt immer noch zu klären, wieso wir gerade in Afghanistan militärisch so präsent sein müssen. Nun, es ist ein erstklassiges Übungsgebiet. Der reale Feind ist überschaubar; auch mit seinen Waffen ist er unterlegen. Derzeit gibt es kein vergleichbares Land, in welchem sich mit vertretbarer Rechtfertigung so leicht Krieg spielen lässt.
Es gibt auch bereits aus den eigenen Reihen. Viele Soldaten beklagen die mangelnde und alte Technik, mit welcher sie da unten ausgerüstet sind. Ok, dem Feind sind sie strategisch und waffentechnisch immer noch haushoch überlegen. Aber bessere und neuere Technik dürfte es schon sein. Ich weiß nicht, welcher Lobbyvertreter der Militärindustrie diese Nachricht ins Spiel gebracht hat. Aber sie funktioniert bestens. Statt die Truppen aus dem Gefahrengebiet abzuziehen, rüstet man sie lieber besser aus. Ist im Grunde ja auch günstiger. Den ganzen Krempel wieder nach Deutschland zu verfrachten, würde ja Millionen von Euro kosten; und die vielen arbeitslosen Soldaten erst.

Derzeit ist an einen Rückzug nicht zu denken, so Angela Merkel und Franz Josef Jung. Derzeit geht das natürlich auch noch nicht, weil in der Region noch zu viel wertvolles Erdöl lagert. Da muss man noch so fünf Jahre warten. Dann wird man sehen, wie lange die Ölreserven noch halten. Dementsprechend wird man dann auch – mit zeitlichem Abstand, damit es nicht ganz so offensichtlich wird – über einen Abzug der Truppen nachdenken können. So lange muss das afghanische Volk noch unter der westlichen Demokratie leiden. Vielleicht hat sich bis dahin auch das leicht nebulöse Problem ‚Taliban‘ von selbst erledigt. Falls nicht, wir haben ja noch ein paar Waffen übrig. Bevor man die nach Hause wieder mit nimmt …

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