Der Transrapid in München – ein Milliardengrab

Der Monarch ist im Ruhestand. Der ewige stotternde Stoiber beendete am 30. September seine Zeit als CSU-Vorsitzender und als Ministerpräsident von Bayern. Ein dreifaches ‚Zicke-Zacke‘ 😉
Doch zum Abschied gab es noch ein kleines „Geschenk“. Schließlich soll man sich noch Jahre später an den Herrn mit dem graumelierten Haar erinnern. Und welcher Politiker setzt sich nicht selbst gern ein Denkmal. In diesem Fall ist es ein bisschen teurer ausgefallen: 1,85 Milliarden Euro. Der Transrapid solls sein – vom Münchner Hauptbahnhof zum Franz-Josef-Strauß Flughafen (MUC). Solch ein ehrenwerter, alter Mann verabschiedet sich nur ein einziges Mal so glanzvoll von der politischen Bühne. Da wäre ein Edmund-Stoiber-Transrapid genau das richtige Wahrzeichen.

Der geliebt-gehasste Transrapid
Das Projekt ist so sinnlos wie kostenträchtig. Viel wurde bereits investiert in Vorplanungen, Machbarkeitsstudien und aufwendige Animationsfilmchen. Ebenso viel Arbeit steckt bereits in der Bewältigung der vielen Klagen und Proteste. Eigentlich möchte den Transrapid nicht wirklich jemand. Der Oberbürgermeister von München ist dagegen, der Großteil der bayrischen Bevölkerung ist dagegen, die Münchner sowieso, die Anwohner zu fast 100% .. nur ein paar Politiker und Firmenchefs loben den Transrapid in jeder freien Minute gen Himmel. In Bayern hat man Erfahrungen mit Stoßgebeten. Ob es diesmal wirklich hilft? Nur der liebe Herrgott wirds ganz genau wissen.

15 Minuten Zeitersparnis für eine Milliarden Euro
Wenn Politiker über den Transrapid reden, werden natürlich nur die positiven Merkmale erwähnt. Ebenfalls auffällig ist das Verhalten, dass Alternativen erst gar nicht erwähnt werden. Wieso? Weil dann der geliebte Transrapid ganz schön alt aussieht? Zumindest wenn man in einem Vergleich die nüchternen Zahlen gegenüberstellt.
Momentan: Fahrzeit mit der S-Bahn ca. 45 Minuten
Transrapid: Fahrzeit ca. 10 Minuten, Kosten ca. 1,85 Milliarden Euro
MAEX (München Airport EXpress): Fahrzeit ca. 25 Minuten, Kosten ca. 860 Millionen Euro

Der München-Airport-EXpress
Der MAEX ist eine bereits geplante und vorgestellte Alternative für den Transrapid. Die MAEX würde als Direktverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen im 15-Minuten-Takt eingerichtet werden. Die Express-S-Bahn würde an vier weiteren Punkten halten und würde damit sogar noch einen Mehrwert für Pendler und Reisende bieten.
Die Kosten für den MAEX sind relativ konkret, da es sich hierbei um vorhandene Bau- und Transporttechniken handelt. In der Bevölkerung trifft der MAEX auf größere Zustimmung als der Transrapid. Damit wäre auch mit weitaus weniger Einsprüchen und Klagen zu rechnen. Doch der MAEX ist eine „gewöhnliche“ S-Bahn. Das taugt für ein Prestigeprojekt nicht.

Transrapid – Hightech – Arbeitsplätze
Der 22. September 2006 war ein schwarzer Tag für die Transrapid-Befürworter. Auf der Teststrecke im Emsland kam es zu einem verheerenden Unglück, im Verlauf dessen 23 Menschen gestorben sind. Dies änderte jedoch nichts an der Haltung einiger Politiker zum Thema Magnetschwebebahn. Man müsse trotz dieses Unglücks an diesem Hightech-Vorzeigeprojekt festhalten. Denn schließlich sei Deutschland bekannt für seine Hightech. Und irgendwo geht es auch darum, solche Technologien an andere Länder zu verkaufen. Viel Beachtung genießt der Transrapid im Ausland allerdings nicht: schlichtweg zu teuer!
Und es gibt noch eine weitere, sich stets wiederholende Analogie: Hightech bedeutet Arbeitsplätze. Ohne Hightech keine neuen Arbeitsplätze in Deutschland. Auch Herr Stoiber, Herr Huber und andere wiederholten mehrmals: ohne Transrapid wird es auf Dauer viel mehr Arbeitslose geben. Dieser Irrglaube lässt sich nur durch den politischen Zirkus erklären. Dem Volk soll weisgemacht werden, dass die Hightech-Industrie neue Arbeitsplätze schafft. Und dies obwohl gerade die Hightech-Branche stets dafür sorgt, effizienter mit Materialen und der Ressource Mensch umzugehen.
Die bayerischen Politiker ersten Ranges gehen sogar noch weiter. Sie sagen, dass durch den Transrapid gar ganz neue Arbeitsplätze entstehen würden. Ob man hier nur das normale Arbeitsaufkommen für den Bau der Strecke mit langfristigen Arbeitsverträgen verwechselt? Man könnte sogar vorsichtig spekulieren, dass für den Bau der Transrapid-Strecke billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zum Zuge kommen. So ist das immer auf dem Bau – der Günstigste bekommt den Auftrag.
Nur der Bau der Kabinen und der Steuerelektronik würde höchstwahrscheinlich durch deutsche Fachkräfte stattfinden. Da man aber vorher noch nie einen Transrapid in Serie gefertigt hat – außer die paar Wagen für Shanghai – wird es auch diesmal bei einer Kleinstauflage bleiben. Und jeder, der über kaufmännisches Grundwissen verfügt, weiß dass Aufträge in Kleinstserien sich nie rechnen. Irgend jemand macht dabei Verluste. Für den Prestige-Transrapid vom Hauptbahnhof zum Flughafen wird dies wohl alles außer acht gelassen.

Steter Tropfen höhlt den Stein
Die Befürworter des Münchner Transrapid sind die bayrische Regierung, die Deutsche Bahn und die Bundesregierung in Form des Verkehrsministeriums. Diese Riege – höchstwahrscheinlich massiv gestützt durch eine Lobbyistengruppe – finanziert zusammen mit der Industrie dieses Mammutprojekt. Anfangs hatte man noch mit 500 Millionen von der EU gerechnet, doch dies wurde bereits von der Europäischen Union verneint. Man wolle diese deutsche Projekt finanziell nicht unterstützen. Egal, Niederlagen muss man wegstecken. Gebaut wird das Ding allemal.
Auf dem Flughafen ‚Franz-Josef-Strauß‘ wurde im München Airport Center (MAC) ein Info-Center installiert, um Interessierten und Besuchern den geplanten Transrapid näher zu bringen. Wer nun glaubt, diesen Prototypen hat man nur zur Zierde dort abgestellt, der hat den langen Atem der Industrie und der Politik unterschätzt. Je öfters die rot-weiße Magnetschwebebahn auf dem Flughafen München gesehen wird, wenn auch vorerst nur als Attrappe, und je mehr die Politiker ihn positiv erwähnen, desto eher entsteht in den Köpfen der Leute eine positive Grundstimmung für den Transrapid. Taktik ist der halbe Erfolg.

Wer brauchts?
Die Fahrzeit wird ca. 10 Minuten betragen. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei ca. 250 km/h angepeilt. Diese Geschwindigkeit kann der Transrapid nur sehr kurz halten, da viele Kilometer für das Beschleunigen und Abbremsen benötigt werden. Spätestens auf dem Flughafen steht man wieder in der Schlange und muss mindestens 30 Minuten vor dem Abflug eingecheckt haben.
Der Transrapid ist auch nur interessant für Reisende, welche direkt am Münchner Hauptbahnhof ankommen. Allen anderen Flugreisenden nutzt der Transrapid herzlich wenig, denn es sind keine Zwischenhalte eingeplant. Die Strecke beträgt ca. 37 Kilometer und wird auf ca. 7 Kilometer untertunnelt werden.
Von den Reisenden hat sich bis heute niemand ernsthaft positiv zum Transrapid geäußert. Selbst Vielflieger sehen keine großen Vorteile in der Magnetschwebebahn. Und den Münchner selbst wäre der MAEX eh viel lieber.
Es ist einfach noch viel zu früh für einen Transrapid in Deutschland. In der Zukunft werden wir mit Sicherheit nicht auf diese Art der Fortbewegung verzichten können. Doch hier und heute knappe 2 Milliarden Euro für einen Prestige-Transrapid zu verschleudern, grenzt schon beinahe an Volksverrat. So sinnlos wurde schon lange nicht mehr das Geld mit einer derart verschwenderischen Arroganz dem Steuerzahler aus der Tasche gezogen.

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5 Antworten zu Der Transrapid in München – ein Milliardengrab

  1. AstraAngel 16. Oktober 2007 um 12:24 #

    1. Wir Steuerzahler haben noch ganz andere sinnlose Projekte finanziert.
    2. Das erste Auto fuhr auch nicht schnell oder brachte DEN Vorteil gegenüber vorhandenen Möglichkeiten.
    3. Wieso sollte neue Technologie nicht auch mal gefördert werden? Die Menschen in Deutschland sind doch alles Miesmacher!
    4. Die Geschichten über die Arbeitsplätze mögen nicht stimmen, aber den normalen Bürger interessieren die wirklichen Gründe den Transrapid zu bauen wahrscheinlich nicht die Bohne. Der normale „Mob“ benötigt doch auch in allen anderen Bereichen Halbwahrheiten, oder warum muss man immer wieder sagen, dass das Öl knapp wird und angeblich deswegen die Sprit-Preise so hoch sind?

  2. Der Kluge 18. März 2008 um 22:10 #

    Welcher Vollidiot hat diesen Artikel geschrieben? JA NIEMALS DIESEN BLOG DURCHLESEN!!!! So viele Fehler drin, so vieles gelogen und erfunden… so ein Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

    PS. Der Transrapid braucht 160 Sekunden um auf seine Reisegeschwindigkeit von 350 km/h zu beschleunigen und braucht dabei NUR! 4200 Meter Strecke – die Beschleunigung einer S-Bahn kombiniert mit der Höchstgeschwindigkeit eines TGV’s und dass so leise wie eine S-Bahn mit 80 km/h = der Transrapid. Wenn das ständige Beschleunigen, die kurze Fahrt und das Abbremsen so sinnlos ist, weshalb gibt es dann ueberhaupt in Muenchen eine U-Bahn??? Die tut genau das selbe!

    • Weiser Knabe 4. Oktober 2009 um 10:26 #

      Iss ja grässlich wie dieser Klug(e)scheisser hier beleidigend rumschreit.
      Zu den Fakten: 2 x 160 Sekunden = 320 Sekunden (beschleunigen und bremsen). Ganze Fahrt 600 Sekunden. Macht maximal 280 Sekunden oder 47% der Zeit mit Vmax (Höchstgeschwindigkeit).
      Erst denken, dann schrei(b)en (wer’s denn kann).

  3. DJ_Maki 8. September 2008 um 17:57 #

    najaaaa… ob der transrapid wirklich ein grab geworden wäre, bezweifle ich.

    man muss sich einfach nur mal anschauen, dass die chinesen ihn sich geklaut und bereits schön gebaut haben, während wir hier IN DEUTSCHLAND ihn noch nicht haben,und wohl auch nicht werden.

    das ist schon irgendwie traurig..

  4. der Mops 8. September 2008 um 19:42 #

    Wie im entsprechenden Wikipedia-Artikel nachzulesen ist, wirtschaftet der Betreiber der 30 Km langen repräsentativen Strecke defizitär. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, schließlich sind die Kosten alleine für den Bau der Strecke astronomisch hoch.

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