Der Irsinn mit den Rabattschlachten

Nicht alles was Rabatt ist, ist auch wirklich günstig.
Zu Jahresbeginn versuchen die großen Handelsketten mit immer den selben Tricks auch noch den letzten Weihnachtstaler aus dem Portmonee seiner Kunden zu ziehen. An der einen Front wird mit der „Erstattung“ der Mehrwertsteuer gepriesen, an der anderen Front locken die ultimativen Knallerschnäppchen.

Von schweinebillig bis saublöd.
Das Vorgehen ist meist identisch. Im Hochsommer, wenn das halbe Land sich im Urlaub fröhnt, werden still und heimlich die Preise erhöht. Ist man nach drei Wochen Einkaufsabstinenz wieder zurück im heimischen Supermarkt, fallen einem die kleinen Veränderungen kaum auf. Meist überdecken die Handelskonzerne den Preisaufschlag mit kleinen Umbauarbeiten im Einkaufsmarkt. So ist man perfekt abgelenkt und darüber hinaus meist noch gut gelaunt vom Urlaubstrip.
Zu Beginn des neuen Jahres – meist gut sechs Monate nach der Erhöhung der Preise – werden die neuen Preisknaller gezündet. Das restliche Weihnachtsgeld in den Taschen der Konsumenten veranlasst die Handelskonzerne zu sortimentsübergreifenden Preisnachlässen. Da der Kunde längst vergessen hat, was das Produkt im letzten Jahr zu selben Zeit gekostet hat, ist es für die Konzerne ein leichtes, von massiven Rabatten zu schwadronieren.

Vorher sauteuer, jetzt teuer.
Ein anderer Aspekt ist der fehlende Preisvergleich. Im Geschäft hängt ein Schild: „Waschmaschine X1000, UVP 599,- Euro. Reduziert jetzt 449,- Euro.“ Ein Schnäppchen denkt sich der gutgläubige Käufer. Denkste! Hätte er zuvor einen Blick ins Internet geworfen und eine beliebige Suchmaschinen mit der Anfrage „Waschmaschine X1000 Preis“ gefüttert, hätte er schnell feststellen können, dass unzählig viele Anbieter die Wäscheschleuder für ebenfalls 449 Euro anbieten würden. Nichts mit Schnäppchen. Das ist der durchschnittliche Straßenpreis.

Gewiefte Konzerne und dumme Kunden.
Den Handelskonzernen ist kaum ein Vorwurf zu machen. Sie agieren rein marktwirtschaftlich und nutzen die Vergesslichkeit der Kunden. Vieles ist selbstredend hanebüchen, wenn Rabatte verkündet werden, welche im Prinzip gar keine sind. Doch wäre der Kunde besser informiert, würde er auch diesen Trick mit Leichtigkeit durchschauen. Es liegt also prinzipiell einzig und allein am Käufer. Er hat die nötige Macht, faule Rabatte zu ignorieren und einen echten Preisvergleich zu starten.

Keiner hat etwas zu verschenken.
Nur sehr wenige Kunden achten beim Einkauf auf diesen volkswirtschaftlichen Leitsatz.
Handelskonzerne sind keine Wohltäter. Einkaufsmärkte verteilen keine Geschenke.
Und Kunden sind – knallhart gesagt – saublöd, wenn sie hinter jedem Rabatt ein Almosen erwarten.

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