Arbeit verschafft Selbstgefühl?

Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie manche Redakteure einer Lokalzeitung sich auf unglückliche Weise auszudrücken versuchen. So schreibt die Schwäbische Zeitung in ihrer Lokalausgabe „Sigmaringen“: Arbeit verschafft Selbstgefühl.

Auch der erste Satz des Beitrages verspricht ein wenig glückliches Händchen mit der deutschen Sprache: Arbeiten wie ein Bauer macht selbstbewusst. Ja, ein Bauer ist selbstbewusst, solange er arbeitet wie ein Bauer. Nur wieso nutzt der Redakteur den Vergleich ‚arbeiten wie ein Bauer‘? Eigentlich wollte er schreiben ‚arbeiten als Bauer ..‘. Nicht dass man diesen Satz auch falsch interpretieren könnte. Aber egal. Sehen wir darüber hinweg.

Erzählt wird im Artikel das Projekt einer Sonderschule, welche ihre Schützlinge auf einem Bauernhof probeweise hat arbeiten lassen. Die Kinder sollten dadurch Hemmungen verlieren, sich spielerisch auf neue Anforderungen einstellen und durch Spaß an der Arbeit an tägliche Aufgaben heran geführt werden. Es stellt sich dennoch die Frage, was der Autor des Artikels mit „Arbeit verschafft Selbstgefühl“ versuchen wollte auszudrücken.

Weiter unten im Artikel fällt ein entscheidender Satz: „Mit der Zeit entwickelten die Projekt-Teilnehmer so mehr Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein.“ Ach, hierum geht es. Aber wo ist das Selbstgefühl dabei? Der Autor hätte somit für die Überschrift eher „Arbeit schafft Selbstwertgefühl“ wählen sollen. Denn selbst gefühlt ist ein Selbstwertgefühl immer noch etwas anderes.

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