1 Kanister Wasser per Teleshopping

Der Normalbürger bleibt bei seinem täglichen Zapping-Intermezzo mit der Fernbedienung ab und an bei einem der unzähligen Teleshoppingsender hängen. Dort wundert man sich kurzzeitig über völlig überteuertes Home-Entertainment-Equipement, preislich überzogenen Schmuck aus östlichen Anreinerstaaten, Durschnittsbettwäsche zum Luxuspreis und möchte eigentlich so schnell wie möglich zum nächsten Sendeplatz weiterschalten.

*Einschub*
Der Realworld-Kaufhaus-Shoppingtyp vergisst dabei gern, dass bei diesem Preis auch erhebliche Versand- und Rücklaufkosten eingerechnet sind. Nichts ist bequemer und einfacher als Teleshopping.
Der Realworld-Kaufhaus-Shoppingtyp denkst sich bei dem Thema „Was ist daran anstrengend, 2 Tüten erfolgreich erkämpfter Haushaltsware im Megashoppingcenter an 2 Händen nach Hause zu tragen?“ Er verkennt dabei, dass die Käuferschicht der Teleshoppingkanäle meist 30 Jahre älter ist als er selbst.

Im Grunde ist Teleshopping das Kaufhaus für die Senioren.

Wer glaubt, dass Teleshopping ein zeitliches Phänomen ist, der sollte dringend einen Blick auf die demosgraphische Alterspyramide werfen. Das Volk der Senioren wird nicht kleiner.

Um die Zunahme zu beschleunigen werden Generationen immer früher „faul“ und lassen sich zunehmend schneller von den Anpreisungen der Shoppingsender hypnotisieren. Bereits rießige Marketingmaßnahmen und Monopolbildungen tun ihr Übriges.
*/Einschub*

Man hatte sich bereits an viele Kuriositäten auf Shoppingkanälen gewohnt: Putzschwämme aus Mikrokunststoff, zigtausende Tischleuchten als Tiffaniimittate oder Bohrersets in Baumarktqualität.
Beim diesmaligen Blick auf die Sender-Matrix war allerdings alles anders: Hunde– oder wahlweise Katzenfutter, 20 Dosen mit je 500 Gramm zum unglaublichen Preis von 40,00 Euro (2 Euro je Dose).
Die Bequemlichkeit macht vor unseren tierischen Mitbewohner nicht halt. Wir halten uns Haustiere, weil wir es uns finanziell leisten können. Dafür bekommen wir von den kleinen Wollmonstern Aufmerksamkeit und „Liebe“.

Wenn das Raucherasthma oder das künstliche Porzellanhüftgelenk den Einkaufstress nicht mehr mitmachen wollen, geht der Weg zum Telefon und damit zur Bestellhotline.

Was zeigt und dies? Teleshopping-Sender liefern uns jeden angefeuchteten Ziegelstein, wenn wir nur wollen, und das nötige Lieferentgelt bereit sind zu zahlen.

Teleshopping-Konzerne bevölkern mittlerweile alle Kontinente. Es gibt fast kein Land mehr, welches keine elektrischen Funksignale aus Shopping-Sendeanstalten empfängt.
Den Multikonzernen fehlt eigentlich nur noch die Unterschicht aus Slums in Entwicklungsländern, welche per Teleshopping das saubere Wasser im Kanistern aus Kapitalstaaten sich liefern läßt: Trinkwasser, 2 Liter im Kanister, 2,99 Euro zuzüglich Versandkosten, Bestellnummer ist die 998W.

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Eine Antwort zu 1 Kanister Wasser per Teleshopping

  1. Andreas 6. Mai 2007 um 18:44 #

    Was willst du mit diesem Blogeintrag eigentlich aussagen? Ist das eine Kritik? Wenn nein, dann frage ich mich, was der Sinn dieses Blogeintrages ist, denn es die genannten Fakten sollten ja wohl allgemein bekannt sein…

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