Wie die Semmelweis-Universität Luxus-Studenten schafft

Auf Spiegel-Online war dieser Tage in interessanter Artikel zu lesen. Es geht um die ungarische Semmelweis-Universität, welche dieser Tage in Hamburg ihre erste deutsche „Niederlassung“ eröffnet.

Medizin-Studenten in Deutschland haben ein Problem. Den Numerus-Clausus. Der liegt für dieses Studienfach je nach Bundesland zwischen 1,0 und 1,3. Die Lösung: ein Medizin-Studium im Ausland. Da hilft bspw. die Semmelweis-Universität aus dem ungarischen Budapest. Im ersten Semester ist der Ungarisch-Kurs noch Pflicht. Danach muss man sich selber durchkämpfen. Die deutschen Studenten werden von deutschen Mediziner unterrichten – allerdings nach ungarischem Lehrplan. Nach dem Physikum (Zwischenprüfung nach 4 Semestern Regelstudienzeit) kann man zurück nach Deutschland. Der Re-Import der deutschen Studenten beginnt. In der hamburgischen Filiale der Semmelweis-Universität studieren die Mediziner dann zu ende.

Soweit so gut. Der Schönheitsfehler an diesem Medizinstudium ist allerdings sein Preis. Alleine die Studiengebühren betragen stolze 80.000 Euro. Da ist es doch mehr als natürlich und erklärbar, dass Mediziner viel Geld für ihre Arbeit verlangen müssen. Irgendwie muss der massive Schuldenberg ja wieder abgebaut werden. Und so schafffen wir uns durch die re-importierten deutschen Studenten Mediziner der Luxus-Klasse; aber nicht was deren Ausbildung und Können betrifft sondern alleinig deren Schuldenstand.

Und am Ende beschweren wir uns, wenn ein Humanmediziner ein Starthonorar von 100.000 Euro möchte. Und die Krankenkassen beschweren sich, weil die Ärzte unverschämt hohe Honorarforderungen haben. Müssen wir uns da noch wundern?

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5 Antworten zu Wie die Semmelweis-Universität Luxus-Studenten schafft

  1. Anonymous 8. Mai 2009 um 16:18 #

    Dieser Kommentar ist ja wohl das Letzte vom Letzten!!! Vielleicht sollte der Verfasser sich vorher einmal genau über Ausbilung, Werdegang und Arbeit eines Arztes informieren bevor er unqualifizierte Äußerungen über Gehaltsforderungen jener Berufsklasse äußert!

    F. G.

  2. Hannah 26. Mai 2009 um 09:26 #

    ich studiere seit 2 Smestern Medizin in Ungarn und muss mir des öfteren soche unwissenden ußerungen anhören.
    zunächst einmal ist es quatsch, dass deutsche Mediziner unterrichten. Es lehren die Professoren der Semmelweis Universität, die ebenfalls die ungarischen Studenten unterrichten. Die Semmelweis Universität hat ausserdem einen international sehr angesehenen Ruf, die Mediziner, die aus ungarn kommen sind deutlich besser ausgebildet als die, die in Deutscland ihr multiple choice Kreuzchen gemacht haben. Die Prüfungen sind alle durchgehend mündlich und um die zu bestehen, muss man tatsächlich gelernt und vor allem verstanden haben, anstelle von stupidem ankreuzen der Alklausuren. Sicherlich kann man diese Sache kritisch hinterfragen. Auch ich finde das Auswahlverfahren nach Kontostand der Eltern unfair, aber auch unfair ist es, nur denen eine Chance zu geben, die das beste vom besten Abi haben. Schließlich beweisen alleine hier in budapest 200 deutsche Studenten, dass sie sehrwol dazu in der Lage sind. Und diejenigen, die sich auf das Geld ihrer Eltern berufen werden sehr schnell ausselektiert. Aber schneller als sie schauen können.
    Und was sich für mich auf eine Line mit dem Bild-Zeitung Niveau stellt, ist die Aussage:`Da ist es doch mehr als natürlich und erklärbar, dass Mediziner viel Geld für ihre Arbeit verlangen müssen. Irgendwie muss der massive Schuldenberg ja wieder abgebaut werden.` Zum einen haben Mediziner lange und hart gearbeitet für das Hornorar, dass sie eines Tagen verlangen. Der durchschnittliche Arbeiter hat mit 15 seine
    Schule abgeschlossen und angefangen zu arbeiten. Mediziner hingegen studieren bis ende 20, absolvieren danach noch eine 3-6 jährige Facharztausbildung und haben bis dahin keinen cent in der Tasche und sich tatsächlich auf ihren Hintern gesetzt. Geschenkt wurde dort niemandem was. Und aussdem verdient der durchschnittliche Arzt zwar gut, aber reich werden die wenigsten. Der Einstiegsgehalt liegt beispielsweise bei 1800 euro.
    Also würde ich dir vorschlagen: Einmal nachedenken und sie informieren, bevor man einen solhen quatsch behauptet. danke!

  3. Reiner W. Frank 10. August 2009 um 09:22 #

    Als Vater eines Medizinstudenten in Budapest kann ich den Kommentar von Hannah nur bestätigen. Er trifft den Nagel auf den Kopf.
    Es ist für ein Land wie Deutschland eine Schande, daß gute Abiturienten (Abi-Note „Gut“) mit Freiwilligem sozialen Jahr im Rettungsdienst im Ausland studieren müssen. Über Ärztemangel in Deutschland soll sich in Zukunft keiner wundern.

  4. anonymous 1. Januar 2011 um 12:10 #

    Ich weiss nicht wer diesen Beitrag verfasst hat, aber derjenige hat wirklich nicht im geringsten die Ahnung davon was da unten vor sich geht!
    Ich studiere selbst in Ungarn, und nicht jeder wird dort unten genommen. Mit einem Nc von 2,6 hat man dort auch keine Chance, ausser man hat jegliche Ausbildungen hinter sich. Viele müssen vorher zusätzlich ein Vorbereitungsjahr absolvieren und es sehr gut abschließen um einen Platz zu bekommen.
    Des Weiteren wird nach deutschen Lehrplan unterrichtet von ungarischen Professoren, die teilweise für einige Jahre in Deutschland Medizin studiert haben und auch nicht alle gehen an die Hamburger Partneruni, wo man weiterhin viel Geld zahlen muss.
    Für mich ist es der schwerste Weg den ich einschlagen konnte, schließlich ist Ungarn nicht Deutschland und man verzichtet auf Familie, Freunde und Freund für eine lange Zeit.
    Ungarn ist kein Zuckerschlecken wo man mal gerade so Medizin studiert weils die Eltern halt haben. Nein! Viele Familien nehmen für ihr Kind einen Kredit auf, damit es dort studieren kann. Die Prüfungen sind hart, viele sind davon sind mündlich und man muss wirklich etwas draufhaben, damit man es schafft.
    Und wozu das alles? Weil man später Menschenleben retten möchte, vielleicht auch deins!

  5. Anonymous 10. März 2011 um 22:19 #

    Definitiv zutreffender Kommentar! Da fragen wir uns doch alle nur “ wer soll das bezahlen…wer hat soviel Geld?“

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