Schwarzfahren im Öffentlichen-Nahverkehr

Die Verkehrsbetriebe leben mit einem Allzeitproblem: dem Schwarzfahren. Nichts gilt unter „Zechprellern“ so attraktiv, wie schwarz per Zug, U-Bahn, S-Bahn, Tram oder Bus zu fahren.

In Deutschland ist es in allen Städten sehr einfach, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)  ohne gültiges Ticket zu fahren.  Niergendwo gibt es Einlasskontrollen oder so viele Kontrolleure im Einsatz, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen müsste, beim Schwarzfahren erwischt zu werden. Die Chancen ohne Kontrolle die Fahrt bestreiten zu können, liegen sehr hoch. Wer kühn kalkuliert, fährt mit der Taktik „Schwarzfahren“ über den Monat gerechnet bedeutend günstiger. Dabei wären die Möglichkeiten imens, wie man relativ einfach das Schwarzfahren eindämmen könnte.

In den meisten Städten auf dem ganzen Globus kann man bspw. nur dann mit der U-Bahn fahren, wenn man am Eingang sein gültiges Ticket in eine Einlassschranke gesteckt hat. Ohne gültigen Fahrschein erhält man keinen Zutritt. In Deutschland hingegen gibt es solche Zugangsbeschränkungen nicht. Denn niemanden darf prinzipiell die Fahrt verweigert werden; der Nachweiß eines gültigen Tickets ist dabei im ersten Moment zweitrangig.
Dieses System hat einen entscheidenden Nachteil: man muss vermehrt Kontrolleure einsetzen. Dies hat wiederum den Nachteil, dass der Einsatz der Kontrolleure viel Geld kostet. Den Großteil der Schwarzfahrer erwischt man damit trotzdem nicht. Schlussendlich enstehen den Verkehrsbetrieben beim Erschleichen von Leistungen erhebliche Verluste – teils in Millionenhöhe. Doch man hat fast das Gefühl, die Verluste durch die Schwarzfahrer sind bereits im Ergebnis mit einkalkuliert.
Wenn jedoch jeder Fahrgast sich ein Ticket kaufen würde, könnte der Preis pro Ticket sicher gesenkt werden. Zudem könnte mehr in besseren Service und bessere Technik investiert werden. In Deutschland geht man indes den Weg der Subvention. Die meisten Verkehrsbetriebe werden jedes Jahr von den Städten mit teilweise Millionen von Euro unterstützt. Denn prinzipiell ist der Öffentliche Personennahverkehr ein reiner Zuschussbetrieb. Und dabei haben die vielen Schwarzfahrer einen nicht unerheblichen Beitrag.

Die Idee einer Fahrschein-Lotterie

Mir kam vor ein paar Tagen noch eine ganz andere Idee, wie man das Schwarzfahren unattraktiver machen könnte; anders ausgedrückt, wie das Fahren per gültigem Fahrschein attraktiver werden könnte. Die Idee ist eine Fahrschein-Lotterie. Die Umsetzung wäre so simpel wie erfolgversprechend.
Der Fahrgast kauft sich einen Fahrschein. Auf der Rückseite ist genügend Platz, um dort seine persönlichen Kontaktdaten zu hinterlassen; es würde prinzipiell die Angabe einer Telefonnummer genügen. Das abgelaufene Ticket könnte man nach der Fahrt in einem Sammelbehälter geben oder zusammen mit anderen Fahrscheinen einsenden.
Einmal im Monat werden dann aus allen abgegebenen Fahrscheinen ein paar Glückspilze gezogen, welche dann ein Jahresticket geschenkt bekommen.

Mit dieser Idee könnte man mehrere Probleme auf einmal beseitigen.  Schwarzfahrer wäre nicht mehr attraktiv, der Umsatz  könnte gesteigert werden und die Kosten für Kontrollen würden geringer ausfallen. Die paar Euro für die Gewinne wären durch den gesteigerten Umsatz leicht erwirtschaftet und würden keine extra Belastung darstellen.

Doch solch eine Idee ist in Deutschland wahrscheinlich ebenso nicht vorstellbar wie der vermehrte Einsatz von Zugangskontrollen. Statt dessen finanzieren die Städte weiterhin mit Milllionen von Euro ihren Öffentlichen Nahverkehr. Wieso auch nicht.

GD Star Rating
loading...

, , ,

3 Antworten zu Schwarzfahren im Öffentlichen-Nahverkehr

  1. schwarzfahrer 6. Juni 2009 um 21:05 #

    „In Deutschland hingegen gibt es solche Zugangsbeschränkungen nicht. Denn niemanden darf prinzipiell die Fahrt verweigert werden; der Nachweiß eines gültigen Tickets ist dabei im ersten Moment zweitrangig.“

    Schon seltsam das Ganze – ich mache mich strafbar, trotzdem darf diese Straftat nicht verhindert werden.

    Das System ist problematisch, denn wer will schon viel Geld ausgeben, um in einem öffentlichen Verkehrsmittel auszuharren? Allein die präventive ‚Abschreckung‘ soll jedem einzelnen ein genügend maues Gefühl vermitteln, sich selbst ohne vernünftigen Grund seines Geldes zu entledigen.

  2. Anonymous 25. Juni 2009 um 15:13 #

    ich muss einen aufsatz schreiben über vor und nachteile beim schwarzfahren was kann mann den da rein schreiben hat jemand eine idde

  3. schwarzfahrer 12. Juli 2010 um 16:37 #

    Also ich finde das alles fürn arsch. die Kontrollen und was gemacht wird.der ÖPNV sollte mal lieber dafür sorgen das alle Ticket stellen richtig funktionieren. oder mal wieder leute einstellen die am Schalter sitzen und tickets raus geben. es ist in den letzten jahren nur scheisse gekommen. ticket teuerer und das nicht nur wegen schwarzfahreren. und service schlechter, züge mit klimaanlage gekauft. und kein einziges fenster zum aufmachen mehr da wenn die klima wie sie oft kaputt ist. das doch große scheisse. ich als kunde fühle mich da verarscht. dann in s-bahnen gehört für mich die 1kl abgeschafft da mann es nie braucht und immer leer sind. aber darüber machen sich die leute keine gedanken ist ja egal. dann die neuen züge immer kleiner gebaut das haufen leute rein passen aber was machen langreisende mit ihren koffern die können sie dann den kontrolleuren in die fresse hauen. :(( das zum thema super bahn alles scheisse dafür geld zahlen fürn arsch.

Schreibe einen Kommentar

Dein Kommentar wird sofort freigeschaltet. Achte bitte auf Deine Wortwahl und die Regeln der Netiquette. Alles was per Gesetz verboten ist (Volksverhetzung, Pornografie, üble Nachrede, usw.) wird ohne Rücksprache gelöscht, sobald wir davon Kenntnis erlangen.

Mit dem Absenden dieses Formulares hast Du ebenfalls die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und dieser zugestimmt.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.