Pro7Sat1 und die finanziellen Probleme mit dem TV-Programm

Über der Konzernzentrale der P7S1-Medien-AG in München hängen derzeit schwere Gewitterwolken. Man hat die Geschäftszahlen für das zweite Quartal diesen Jahres bekannt gegeben. So sei der allgemeine Umsatz um ca. drei Prozent und das Ergebnis vor Steuern (EBIDTA) sogar um schmerzhafte 16 Prozent zurück gegangen. Die Schuld sucht man vornehmlich in der Umstellung des Modells für den Werbezeitenverkauf.

Herr Guillaume de Posch (Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG), meinen Sie nicht auch, dass es eher am mäßigen Programm liegen könnte? Wer will den ganzen medialen Müll noch sehen? Gülcan beim Kühemelken, Sarah Connor im Ehestreit, Elton und Simon wie sie Luftballons aufblasen, Richter Alexander Hold klagt gegen Frau Kallwass, hier eine unterbelichtete Reportage über Teenie-Mütter, dort eine Real-Life Doku über Deutschlands Müllfahnder. Wenn man sich das Tagesprogramm von ProSieben, Sat.1 oder Kabel1 etwas genauer betrachtet, erkennt man von Morgens bis Abends nur unterdurchschnittliches Programmniveau.

Man könnte nun spöttisch sagen, dass der Pöpel genau jenes Programm bekommt, was er verdient bzw. am liebsten schaut: leicht verdauliche Unterhaltung billigst produziert. Doch alleine von der Unterschicht kann man auch bei P7S1 nicht leben. Welcher halbwegs gebildete Mensch tut sich allerdings die Qual an und schaut dieses Programm? Wo sind die Highlights? Die wenigen erstklassigen Spielfilme im Monat? Etwas dünn um tägliches 24-Stundenprogramm zu füllen.
Und dann war die P7S1-AG auch noch so clever und hat vor nicht all zu langer Zeit ihre deutschen Sender, welche über Satellit ausgestrahlt werden, verschlüsselt. Wer es nicht besser wusste, und nicht zu den österreichischen oder schweizerischen Varianten der Sender wechselte, schaut nun eben kein Pro7, Sat.1 oder Kabel1 mehr. Die wenigsten werden sich wohl einen Dekoder zugelegt haben.

So darf man abschließend feststellen: die P7S1-Medien-AG bekommt genau jene Rechnung vom Zuschauer serviert, welche sie dafür verdient haben. Für ein mittelmäßiges TV-Programm bekommt man eben auch nur mittelmäßige TV-Quoten. Und davon lebt die Senderkette nun mal. Und offensichtlich spart man dort am falschen Ende.

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