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Gratis-Bild zur Bundestagswahl: wieder „Nein Danke!“

Vor einem Jahr hatte der Springer-Verlag eine kostenlose Ausgabe der Bild-Zeitung an alle Haushalte verteilt – exklusive der über 200.000 Verweigerer. Zur Bundestagswahl will man die Aktion wiederholen.

Am Samstag den 21. September wird es eine Neuauflage der Gratis-Bild geben. Wie bereits bei der Jubiläumsausgabe im Juni 2012 wird auch dieses Mal die Zeitung wieder ungefragt und kostenfrei an alle 40 Millionen Haushalte verteilt.Verhindern lässt sich dies im Grunde nicht, da es sich nicht um Werbung im klassischen Sinne handelt. Die Zeitung wird auch dieses Mal wieder genügend Werbeanzeige enthalten. Dies dürfte auch der einzige und wahre Grund sein, wieso man überhaupt kostenfrei so viel Altpapier an alle deutschen Haushalte verteilt.

Offiziell betont der Springer-Verlag, man möchte den Samstag vor der Bundestagswahl dazu nutzen, mit dieser Sonderausgabe der sinkenden Wahlbeteiligung entgegen wirken. In der Ausgabe sollen die Wahlprogramme (aller relevanten Parteien) näher beleuchtet, politische Zusammenhänge erklärt, die Kanzlerkandidaten vorgestellt und die letzten Umfragen präsentiert werden. Dass dies komplett unabhängig und fair geschrieben sein wird, kann man sich im Zusammenhang mit Bild nur sehr schwer vorstellen.

Letztes Jahr sorgte die Gratis-Bild für mächtig Protest. Insgesamt meldeten über 200.000 Haushalte ihre Verweigerung an. Dies führte zu einer komplizierten und im Grunde auch teuren Parallelaktion. Die Briefträger mussten nicht nur quasi jeden Haushalt mit der Gratisausgabe versorgen, sondern auch jede Absage beachten. Dies wurde durch ein persönlich adressiertes Verweigerungsschreiben erfüllt. Also Post für alle – ob mit Zeitung oder Brief. Letztes Jahr hatte dazu die Aktionsplattform Campact eine eigene Unterschriftenliste eingerichtet.

Der Irrsinn geh in die Wiederholung. Wieder werden Tonnen von Altpapier ungefragt an jeden Haushalt in diesem Land verteilt. Und dies ausgerechnet von einer Zeitung, welche bekannt ist für unsauber recherchierte Geschichten und einseitige Meinungsmache. Der Reinerlös muss letztes Jahr entsprechend gut gewesen sein. Schließlich ist die Axel Springer-AG kein Gutmenschen-Konzern, und am Ende des „Wahlabends“ zählt im Hause der Familie Springer nur der schnöde Gewinn.

Mein Protest zur Zustellung der Gratis-Bild ist hiermit offiziell bekundet. Ich möchte diesen Dreck nicht in meinem Briefkasten – weder kostenfrei und schon gar nicht ungefragt.

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