WeihnachtsbaumWeihnachtsbaum: (c) Oliver Heim

Der deutsche Weihnachtsbaum – ein ökologischer Irrsinn

Zu jeder Weihnachtszeit wiederholt sich ein absolut irrsinniger Vorgang: für ein bisschen weihnachtliche Atmosphäre werden jährlich 30 Millionen Weihnachtstannen gefällt.  In über 90 Prozent aller Wohnstuben steht ein Weihnachtsbaum; nach spätestens zwei Wochen landen sie auf dem Müll.

Nach der Rodung des Regenwaldes ist der jährliche Weihnachtsbaum die zweitgrößte, ökologische Katastrophe auf der Welt. Alleine in Deutschland werden jährlich 30 Millionen Bäume nur zu einem Zweck gezüchtet, aufgezogen und gefällt: damit für maximal zwei Wochen ein Glanz von Besinnlichkeit in deutschen Wohnstuben herrscht. 30 Millionen Mal unterstützen wir mit dem Kauf einer Weihnachtstanne monopole Strukturen. Wir sorgen mit unserem Wunsch nach grünen Weihnachten für großflächige Monokulturen, für einen immensen logistischen Aufwand und schlussendlich vernichten wir Millionen von Euro für Nichts.

Kein anderes Volk auf dieser Welt erlaubt sich einen solch ökologischen und ökonomischen Blödsinn. Im Saarland und in Dänemark werden dazu riesige Monokulturen betrieben. Im Saarland befindet sich das größte zusammenhängende Anbaugebiet in Europas für die Nordmann-Tanne. Damit eine Tanne die durchschnittliche Verkaufshöhe von zwei Meter erreicht, wird sie 10 bis 11 Jahre alt. Verkauft wird sie derzeit zu einem Preis von circa 30 Euro.

Die die Bäume in großen Monokulturen wachsen, müssen sie zwangsweise mit Pflanzengiften besprüht werden. So kommt häufig das Breitbandherbizid Glyphosat eingesetzt, um damit die Fichten-Gespinstblattwespe oder den Fichtennadeln-Zünsler zu bekämpfen. Wir wollen schließlich kräftige und grüne Weihnachtstannen kaufen. Die Nordmann-Tanne hat wegen ihrer Nadelfestigkeit den größten Marktanteil in Europa. Gefolgt von der Blaufichte wegen der Nadelfärbung und dem besonderen Tannenduft. Die weiteren Tannenarten wie Serbische Fichte oder Rotfichte sind praktisch nicht auf dem Markt käuflich.

Von den Anbaugebieten im Saarland und in Dänemark werden die Tannen per LKW in ganz Deutschland verteilt. Teilweise bereits viele Wochen vor Heilig Abend. Gekauft, aufgestellt, geschmückt und bewundert, um die Waldbäume kurz nach dem Fest wieder auf die Straße zu befördern. In vielen Städten werden sie von der Müllabfuhr eingesammelt und in die Verbrennungsanlagen gefahren. In vielen Gemeinden bilden sich nach den Feiertagen große Tannenhaufen bei den Recyclingbergen.

11 Jahre Aufzucht, viele weite Transportwege, kurze Freude und finale Vernichtung durch Verbrennung oder Verrottung. Hinterfragen darf man diesen – speziell deutschen – Irrsinn nicht. Sonst heißt es schnell: Weihnachten ohne Baum ist wie .. Weihnachten ohne Baum.

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