573.000 mal Überwachung zu 9/11

Das Informationsportal Wikileaks hat es geschafft, und aus unbekannter Quelle mehr als eine halbe Million Kurznachrichten rund um den 11. September 2001 zusammen getragen. Dies war genau jener Tag, als in New York zwei Passagiermaschinen in die beiden Twin-Tower des World-Trade-Center gelenkt wurden und diese Türme kurze Zeit später einstürzten. Wikileaks hat dazu 573.000 Kurznachrichten chronologisch geordnet und auf der Portalseite 911.wikileaks.org veröffentlicht.

Für die Nachwelt ist es ein interessanter Einblick rund um den 11. September 2001. Zur historischen Archivierung ist es allemal als relevant anzusehen, welch persönliche Tragödien sich abgespielt haben. In den Kurznachrichten findet man neben vielen profanen Informationen auch ebenso viel Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung.

Was mich allerdings viel mehr stutzig macht ist die die Tatsache, wie es Wikileaks überhaupt gelingen konnte, gut 8 Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen an die Kurznachrichten zu gelangen. Dabei möchte ich nicht die Hintergründe hinterfragen, welch legalen oder illegalen Wege dazu bestritten wurden. Mir geht es um die Tatsache, dass diese Kurznachrichten überhaupt damals gespeichert und dann auch noch so lange archiviert wurden. Mir war bis heute nicht bewusst, dass die USA überhaupt in irgend einer Form die Telefonkommunikation speichern. Dass fast alle Telefonate und Nachrichten durch die NSA erfasst werden, war mir bereits bekannt. Aus Wikipedia: „wonach die NSA seit Ende September 2001 die Verbindungsdaten sämtlicher Telefongespräche in den USA ohne gerichtliche Verfügung erfasse und verarbeite.

Auffällig ist doch, dass genau im selben Monat als die Twin-Towers einstürzten, die NSA verkündet, man verarbeite jegliche Telefongespräche. Wenn eine Überwachungsbehörde solch eine Information an die Öffentlichkeit gibt, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass bereits zuvor die Gespräche und Nachrichten erfasst wurden. Ich finde es mehr als befremdlich, wenn eine Behörde verdachtsunabhängig und weitestgehend ohne äußere Kontrolle, alle Telefongespräche erfasst und protokolliert. Aber was bin ich so verwundert. Auch in Deutschland wird die Vorratsdatenspeicherung seit einem Jahr (zumindest offiziell) praktiziert.

Ich halte es für äußerst befremdlich, wenn der Staat seinen Bürgern nicht mehr traut. Wenn jeder per Definition zum Terroristen wird, hat man als staatliches Überwachungsorgan ein leichtes Spiel. Die Vollüberwachung ist in diesem Fall legitimiert; und zu einem großen Teil ist da der Bürger aber auch die Presse selbst schuld. Würden nicht alle nach einem Terroranschlag sofort nach Rache schreien und vom Staat die Sicherheit einräumen, dass ein solcher Terrorakt kein zweites Mal passieren kann und darf, hätten wir eventuell auch weniger Überwachung. Doch dann wüssten wir rückblickend nicht mehr, was die Menschen am 9/11 geschrieben und gedacht haben. Ironie des Schicksals.

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3 Antworten zu 573.000 mal Überwachung zu 9/11

  1. anonym 28. November 2009 um 14:00 #

    Diese Pager-Nachrichten werden wohl unverschlüsselt übertragen. Mit anderen Worten könnte sie jeder abgehört haben.

    Auch könnten sie bei den Telkos gespeichert worden sein (die speichern ja auch teilweise ganz gerne).

    Aber auch nur Mutmaßungen…

  2. KSA crew 29. November 2009 um 09:28 #

    You can go to the bank on the fact that the end is very nigh for 911 liars, stalkers, slanderers.

    As for those who say that it’s not appropriate to release personal messages that were texted on 911…. People deserve the truth… What is not right [much less appropriate] is the continual lies and slander that has gone on for years.

    Karma can be a b!tch. Justice is coming and those who deserve their „just desserts“ will be finally getting them.

  3. Elefant 12. März 2011 um 21:05 #

    Das Jahr 2001 sollte nicht wiederholt werden

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