Gayromeo gründet eine Stiftung

Pünktlich zum 7. Geburtstag der schwulen Community gründet die in den Niederlanden ansässige PlanetRomeo BV eine Stiftung – The PlanetRomeo Foundation.

Gayromeo, alternativ auch Planetromeo oder manchmal gar „schwules Einwohnermeldeamt“ genannt, hat knapp 900.000 Mitglieder. Gegründet wurde die Community im Oktober 2002 als kleines Projekt in Berlin. Die Mitgliederzahlen stiegen von Jahr zu Jahr enorm an. Vier Jahre später (2006) entschloss man sich, den Sitz der Firma nach Amsterdam (Niederlande) zu verlegen. Gayromeo finanziert sich durch Mitgliederbeiträge; die sogenannten PLUS-User, welche durch ihren Monatsbeitrag einen erweiterten Leistungsumfang auf der Plattform in Anspruch nehmen können.

Und jetzt, sieben Jahre nach der Gründung, hat man eine Stiftung ins Leben gerufen. Gayromeo bezeichnet sich bis dato als sehr liberal und hiflsbereit. So hat man bereits in der Vergangenheit viele Projekte mehr oder minder still mit finanziellen Mitteln unterstützt. Durch die PlanetRomeo Stiftung soll diese Arbeit nun wesentlich erleichtert werden. Auch international gesehen, ist man durch die Stiftung in der Lage, gezielter und einfacher Projekte unterstützten zu können.

Geld verdienen und dabei noch Gutes tun ist eine redliche Sache. Ich möchte GayRomeo wirklich nicht absprechen, dass sie ihre Arbeit in den letzten Jahren gut gemacht hätten. Doch wenn eine Firma eine eigene Stiftung gründet, dann hinterlässt dies bei mir einen ganz fahlen Beigeschmack. Dies mag unter anderem daran liegen, dass in den letzten Jahren alle namhaften Banken gerade durch die Gründung von Stiftungen negativ in der Presse aufgetreten sind. Wer Geld möglichst elegant zur Seite schaffen möchte, der gründet eine Stiftung. Denn nur dort lässt sich viel Geld „verbuddeln“.

Ich sage nicht, dass es bei GayRomeo genauso laufen wird. Aber es bleibt das ungute Gefühl. Die Planetromeo BV hat eine ernsthafte Unternehmensgröße erreicht, wo viele Optionen möglich sind. So hat man sich bspw. im März 2009 die internationale Gay-Community Guys4Men einverleibt; samt den 380.000 „neuen“ Mitgliedern, welche größtenteils aus den USA, Australien, Indien und Südafrika stammen. Die Community-Plattform Gayromeo ist mittlerweile in 13 Sprachen verfügbar.
Da ist die Vorstellung nicht weit entfernt, dass man sich möglicherweise aufkaufen lassen möchte. Oder ganz böse gedacht: man lässt immer mehr Mitgliedsbeiträge in der neu gegründeten Stiftung versickern und lässt das Portal somit gegen die eigene Wand fahren.

Zurück zum Geburtstag. Mit sieben Jährchen ist man ja noch nicht sonderlich alt. Aber für ein Glas Prosecco wird es ja wohl reichen. Hoffentlich ist der Kater nach dem Erwachen dann nicht wirklich so groß wie von mir befürchtet.

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