Berlin-Wahl 2011 – Teil 2: die Polit-Posse des RBB

Eine ausgewogene Berichterstattung vor einem Wahlkampf ist nicht immer einfach. Oft gibt es schlichtweg viel zu viele Parteien, über welche man ausgeglichen stark berichten sollte. Im Berliner Wahlkampf 2011 scheint da manches etwas anders zu laufen. So provoziert der RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) derzeit die Partei DIE LINKE, weil deren Spitzenkandidat Harald Wolf nicht an einem der beiden TV-Duelle teilnehmen darf.

Der RBB sendet am 6. September ein Gespräch zwischen Klaus Wowereit und dem CDU-Herausforderer Frank Henkel und am 8. September plant der Sender ein Duell zwischen Wowereit und der Grünen-Herausforderin Renate Künast. Der derzeit noch amtierende Bürgermeister und stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, Klaus Wowereit, bekommt vom RBB zwei Sendungen mit je 45 Minuten Sendezeit geschenkt. Herr Wulf, der mit seiner Partei DIE LINKEN zusammen mit der SPD die derzeitige Koalition im Abgeordnetenhaus bildet, bekommt vom RBB keine Aufmerksamkeit zugeteilt.

Nun kann man persönlich zur Partei DIE LINKE stehen wie man möchte. Es ist auch nicht jeder ein Freund der SPD oder der CDU oder von den Grünen. Doch man sollte im Wahlkampf und als Presseorgan so unabhängig und so vorurteilsfrei wie möglich von der Sache berichten. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass auch einem Herrn Wulf der nötige Respekt entgegen gebracht werden sollte. Auch ihm sollte eine Plattform zur Verfügung gestellt werden, auf der er sein Wahlprogramm und dies seiner Partei präsentieren kann.

Herr Wowereit hatte bereits im Vorfeld geäußert, dass er keine „Elefantenrunden“ möge und dort auch nicht auftreten werde. Wohl auch deshalb hat der RBB einen Kniefall vor ihm gemacht und ihm die exklusiven One-to-One-Shows angeboten. Der RBB verhält sich nicht erst seit dieser Posse ein bisschen wie der Hofberichterstatter von „Wowi“. Die politischen Sendungen des RBB und auch in die Nachrichten weißen oft eine unterschwellige, politische Färbung auf. Anfang Mai verschwand ein Beitrag zu möglichen Manipulationen beim Bau des Flughafens BBI. Und bereits 2009 zeigte der RBB während der Live-Übertragung zum Karneval der Kulturen ganz schnell ein Wowereit-Interview, als die Polizei eine Teilnehmegruppe angriff.

Beim Rundfunk Berlin-Brandenburg ist man irgendwie aus „du-und-du“ mit dem Bürgermeister Wowereit. Vielleicht waren die Entscheidungsträger des RBB schon zu häufig auf Canapé und Rotwein bei SPD-Veranstaltungen eingeladen.

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