Wie die Semmelweis-Universität Luxus-Studenten schafft
vom 11. September 2008Auf Spiegel-Online war dieser Tage in interessanter Artikel zu lesen. Es geht um die ungarische Semmelweis-Universität, welche dieser Tage in Hamburg ihre erste deutsche “Niederlassung” eröffnet.
Medizin-Studenten in Deutschland haben ein Problem. Den Numerus-Clausus. Der liegt für dieses Studienfach je nach Bundesland zwischen 1,0 und 1,3. Die Lösung: ein Medizin-Studium im Ausland. Da hilft bspw. die Semmelweis-Universität aus dem ungarischen Budapest. Im ersten Semester ist der Ungarisch-Kurs noch Pflicht. Danach muss man sich selber durchkämpfen. Die deutschen Studenten werden von deutschen Mediziner unterrichten – allerdings nach ungarischem Lehrplan. Nach dem Physikum (Zwischenprüfung nach 4 Semestern Regelstudienzeit) kann man zurück nach Deutschland. Der Re-Import der deutschen Studenten beginnt. In der hamburgischen Filiale der Semmelweis-Universität studieren die Mediziner dann zu ende.
Soweit so gut. Der Schönheitsfehler an diesem Medizinstudium ist allerdings sein Preis. Alleine die Studiengebühren betragen stolze 80.000 Euro. Da ist es doch mehr als natürlich und erklärbar, dass Mediziner viel Geld für ihre Arbeit verlangen müssen. Irgendwie muss der massive Schuldenberg ja wieder abgebaut werden. Und so schafffen wir uns durch die re-importierten deutschen Studenten Mediziner der Luxus-Klasse; aber nicht was deren Ausbildung und Können betrifft sondern alleinig deren Schuldenstand.
Und am Ende beschweren wir uns, wenn ein Humanmediziner ein Starthonorar von 100.000 Euro möchte. Und die Krankenkassen beschweren sich, weil die Ärzte unverschämt hohe Honorarforderungen haben. Müssen wir uns da noch wundern?
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