Mediamarkt-Saturn: Alles “ISY” und “ok.” für “PEAC”-”Koenic”
vom 11. September 2010Peak-König? Und heißt es nicht auch “easy”? Nein. Nicht bei Media-Saturn, der METRO-Holding, bestehend aus den beiden Elektronikmärkten Media Markt und Saturn. Denn die Media-Saturn hat vor ein paar Tagen ihre neuen Eigenmarken präsentiert. Diese sollen bereits zum Weihnachtsgeschäft die Regale füllen. Dabei geht es um einen Großteil des Sortiments: Kühlschränke, Waschmaschinen, Kleinelektrogeräte wie Föhn, Wasserkocher sowie Elektronikzubehör wie USB-Sticks oder gar auch Handys.
Media-Saturn hat sich bei der Namensgebung von namhaften Agenturen beraten lassen. Daher verbirgt sich hinter den einzelnen Marken (unter Umständen) auch eine gewisse Philosophie.
“ok.” wird die Marke für Produkte, welche im unteren Preissegment angesiedelt sind und soll signalisieren, dass die Produkte “in Ordnung sind”. Das majestätische “KOENIC” hingegen signalisiert “hochwertige Geräte im Bereich Weiße Ware und Kleinelektro” und steht für hohe Qualität in Verbindung mit modernem Design. Mit “PEAQ” verfolgt man die selben Leitlinien, jedoch ist sie für die Unterhaltungselektronik gedacht. Und “ISY” wir die Eigenmarke für Elektronikzubehör und spielt auf den englischen Begriff “easy” (einfach) an.
Dem Konzern geht es dabei nicht nur um die Steigerung des eigenen Gewinns. Man betont in einer Pressemeldung: “Media Markt und Saturn bieten ihren Kunden zukünftig durch die neuen Marken eine noch größere Produktauswahl – im Markt oder auch beim Online-Einkauf“. Natürlich sollen die neuen Eigenmarken Vorteile für die Kunden bringen. Außer einfach alles ein bisschen billiger günstiger zu machen, würde den Aufwand nicht rechtfertigen.Der Kunde soll mit den Eigenmarken allgemein stärker zu Media Markt und Saturn gebunden werden.
Was wahrscheinlich noch viel entscheidender war für die Einführung dieser Eigenmarken: die Vergleichsmöglichkeiten fallen weg. Eine KOENIC-Waschmaschine lässt sich nicht vergleichen mit Waschmaschinen von Privileg, obwohl vielleicht beide von Electrolux produziert werden.
Für den Kunden wird es zukünftig zunehmend schwerer, die richtige Kaufentscheidung zu fällen. Kauft er ein quasi Noname-Produkt der deutschen Handelskette Metro-Saturn oder ein richtiges Noname-Produkt. Schlussendlich wird der Preis entscheiden. Oder mit geschickter Werbung eben nicht. Mit einer entsprechenden Werbekampagne lassen sich die – an sich billigen – Geräte im Wert steigern und teurer verkaufen als das günstige und gleichwertige Produkt aus Fernost. Dem Kunden sollte stets eines bewusst sein: die Geräte werden meist am selben Band produziert.
Einen entscheidenden Vorteil bringen die neuen Marken jedoch mit sich: der Markenfetischismus bzw. der Drang zu Markennamen wird etwas abgemildert. Obwohl, wer weiß. Vielleicht wird er durch “ok.” und “ISY” erst recht angefeuert. Demnächst auf dem Schulhof: “Eh, dein MP3-Player is ja von ISY. Wie billig.” Der Benutzer Rot5 hat es im heise-Forum bereits vor zwei Tagen treffend auf den Punkt gebracht: “Ich hätte die Marke ja SHICE genannt. Die Unterteilung der Segmente wäre dann entsprechend BILLIQ SHICE und TEUA SHICE.“
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