FIJI Wasser – Ökologischer und teurer Irrsinn
vom 6. Juni 2008Es gibt Trink- bzw. Mineralwasser aus allen Regionen Deutschlands. Ob nun das Wasser aus dem Schwarzwald kommt oder aus dem Erzgebirge, aus der Mark Brandenburg oder den Voralpen. Die Auswahl alleine in Deutschland ist kaum zu überschauen. Hinzu kommen noch so “Exoten” wie Volic aus Frankreich oder S.Pellegrino aus Italien. Dem Irrsinn mit Mineralwasser aus dem Ausland nicht genug, kommen nun vermehrt Trinkwässerchen aus den entlegensten Gebieten der Welt zu den (deutschen) Verbrauchern. Neuster Schrei unter Prominenten, welche die Exklusivität lieben, ist das FIJI-Wasser (Natural Artesian Water).
Das Wässerchen mit den schicken Namen “FIJI Water” stammt von den Fidschi-Inseln, einem Inselstaat im Südpazifik, nördlich von Neuseeland gelegen. Auf der Website der FIJI Water Company heißt es vollmundig aber gleichzeitig etwas heuchlerisch: “Far from pollution. Far from acid rain. Far from industrial waste.” Wer jetzt denkt, dass nur das Wasser der Fidschi-Inseln frei von jeglicher Umweltverschmutzung, sauren Regen oder industrieller Verschmutzung ist, der irrt gewaltig. Gerade die deutschen Mineralwasser sind das reinste, natürlichste und am besten kontrollierte Lebensmittel, welches in Deutschland zu kaufen gibt. Wozu also Wasser aus unbekannten Quellen und aus den entlegensten Ecken der Welt kaufen, wenn es in Deutschland die besten Mineralwasser gibt?
Der Grund dürfte wohl im Bereich der Exklusivität und einem perfekten Marketing liegen. Die vielen Prominenten mit dem Hang zu Neuem und Teuren haben das Insel-Wasser erst bekannt gemacht. Wer würde sonst freiwillig “versifftes” Inselwasser für teuer Geld kaufen, wenn es die Prominenten nicht so loben und ständig erwähnen würden!?
In Deutschland gibt es das exklusive Wasser natürlich nicht überall zu kaufen. Es bisschen Luxus muss schon sein. Und so kostet eine Flasche mit 0,5 Liter Inhalt auch schnell 4 Euro. Dies ergibt einen Literpreis von ca. 8 Euro. Richtig frech und verlogen ist hingegen das grüne Versprechen von FIJI: FIJI Green. Auf der entsprechenden Internetseite des Unternehmens lauten die Versprechen folgendermaßen: negative CO2-Bilanz, Schützen des Regenwaldes, reduzierte Verpackung und Hilfe beim Recycling. Dies klingt alles ehrenhaft, doch wenn tonnenweise Wasser in PET-Flaschen in die ganze Welt versendet werden, halte ich es für äußerst fragwürdig, ob mit Gegenmaßnahmen eine ausgeglichene oder gar negative CO2-Bilanz entstehen kann. (Anm.: eigentlich sind Bilanzen immer ausgeglichen).
Wasser von den Fidschi-Inseln ist das Unnötigste, was die zivilisierte Gesellschaft benötigt. Doch wo der Luxus seine Grenzen erfährt, muss eben zwangsweise auch Trinkwasser à la FIJI herhalten. Wir wischen uns den Arsch ab mit in schnöden, deutschen Fabriken produziertem Toilettenpapier. Aber auf der anderen Seite trinken wir Luxuswässerchen aus Übersee. Wenn das mal nicht zusammen passt.
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