Der Energiesparlampen-Irrsinn
vom 10. Dezember 2008Das EU-Parlament möchte 2012 alle Glühbirnen bis 40 Watt vom Markt verbannen. Alle EU-Bürger sollen damit zu den Weltmeistern des Energiesparens werden. Doch bringt das überhaupt was?
Die Industrie (inkl. Handel und Gewerbe) verbrauchen 50 Prozent des ganzen Stromaufkommens. Hier denkt keiner ans Energiesparen. Hingegen sollen in allen Haushalten, Behörden und Geschäften die gewöhnlichen Glühbirnen verschwinden. Ob da bei der EU mal jemand genau nachgerechnet hat, wie viel Strom damit überhaupt eingespart werden kann? Und wer darf den ganzen Zirkus finanzieren? Natürlich der Verbraucher selbst. Es ist ja nicht so, dass solche Kompaktleuchtstofflampen gleich günstig sind wie Glühbirnen. Die Energieeinsparung steht dabei außer Frage. Hier sind die Kompaktleuchtstofflampen klar im Vorteil. Dafür kosten sie auch ein Vielfaches mehr.
Ein weiterer Nachteil bleibt bei der ganzen Diskussion relativ unerwähnt. Die Energiesparlampen enthalten Quecksilber. Daher dürfen diese Lampen nach ihrem (Lebens)-Ende auch nicht in den gewöhnlichen Hausmüll geworfen werden. Ich frage mich ernsthaft, ob in allen europäischen Ländern der Umweltschutz genauso streng gehandhabt wird wie in Deutschland. Und sind bspw. die Italiener genau so pflichtbewusste Mülltrenner wie die Deutschen? Ich bezweifle dies stark. Daher kann davon ausgegangen werden, dass wir in den nächsten Jahren ein massives Quecksilberproblem auf den internationalen Müllkippen bekommen werden. Dafür haben wir wenigstens “ordentlich” Strom gespart. Welch Ironie.
Und ob sich die Lampenindustrie ebenso kleinlaut geschlagen geben wird, steht auch noch in den Sternen. Es werden bis 2012 nur die Glühlampen bis 40 Watt verboten. Was ist, wenn die Industrie neue Lampenmodelle mit bspw. fünf Fassungen für je 40-Watt-Glühbirnen entwickeln wird? Damit hätte eine solche Lampe insgesamt 200 Watt und damit einen eventuell genau so hohen Stromverbrauch wie ein altes Modell. Und vielleicht kommen zukünftig vermehrt Halogenlampen auf den Markt. Deren Lichtausbeute ist zwar im Vergleich zu einer Glühbirne höher, dafür wird diese Lampenart vorzugsweise als Spot verwendet. Für eine vollflächige Ausleuchtung benötigt man damit wieder mehr Halogenlampen und hat effektiv kein einziges Watt Strom gespart.
Die EU-Verordnung zur Verbannung der Glühbirnen ist undurchdachte Politik der allerfeinsten Art. Profitieren werden davon in aller erster Linie die Produzenten der Kompaktleuchstofflampen – vorzugsweise Osram und Philips. Und das Umweltproblem durch das in den Lampen enthaltene Quecksilber wird wohl erst dann gelöst, wenn Millionen dieser Energiesparlampen im Umlauf sind.
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