Der böse(?) Iran und sein erster Satellit im All
vom 3. Februar 2009Kommentar
Kaum hat der Iran seinen ersten eigenen Satelliten ins All geschossen, kommen auch bereits sogleich die westlichen Experten angerannt und warnen vor einer neuen Gefahr. Offiziell heißt es aus der iranischen Hauptstadt Teheran, der Satellit diene ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Die westlichen Experten befürchten indes, dass der Satellit früher oder später zur Spionage eingesetzt wird.
Es ist verwunderlich, mit welcher Selbstüberlegenheit der Westen sich über die östlichen Länder hinweg setzt. Wo steht geschrieben, dass nur die westlichen Länder andere überwachen dürfen? Darf nur der Westen Atomraketen besitzen und der Osten muss zusehen, wie er sich der westlichen Überlegenheit unterordnet?
Es wird stets der westliche Maßstab zugrunde gelegt; sei es bei Menschenrechtsfragen, der Verteidigung und selbst bei der Innenpolitik. Welches Recht gibt uns (die westliche Kultur) die Legitimation, derart über andere Völker zu urteilen? Ist die westliche Kultur der Maßstab für alles? Sind die Ansichten der (fern)-östlichen Länder weniger wert? Wer legt die Definitionen für die sogenannten “Schurkenstaaten” fest? Es ist wieder einmal mehr der Westen, der sich sich als Halbgott in Weiß hervor tut.
Die Differenzen erinnern mich an einen Streit zwischen zwei Nachbarn am Gartenzaun. Der “gute” Nachbar richtet seine Kameras zur Überwachung gegen den “schlechten” Nachbarn. Diesem verbietet man im gleichen Atemzug, selbiges zu tun. Auf gleiche Weise verhält es sich auch mit anderen Vorgaben bzw. Verhaltensweisen.
Wir sollten Länder wie den Iran nicht pauschal als Gegner sehen. Denn was soll der Iran davon halten, wenn man nicht als Partner sondern ständig nur als Gegner wargenommen wird? So können internkontinalte Partnerschaften nicht funktionieren. Doch die Regeln macht immer noch der überhebliche Westen.
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