Arbeiten bei Lidl inkl. Bespitzelung und Mobbing
vom 26. März 2008Das Nachrichtenmagazin Stern hat’s mal wieder neu entdeckt: beim Lebensmitteldiscounter LIDL werden die Mitarbeiter systematisch bespitzelt. Mit versteckten Kameras werden private Gespräche aufgenommen und Ermittler(!?) schreiben seitenlange Protokolle. Und was ist daran nun neu oder gar neu skandalös?
Bei LIDL gehört es doch schon seit Jahren zum “guten” Ton, dass Mitarbeiter sich gegenseitig überwachen (müssen) und gar proaktives Mobbing betreiben sollen. So ist es ein offenes Geheimnis, dass Filialleiter angehalten werden, bei ihren Mitarbeiter auch nur nach dem kleinsten Fehler zu suchen. Und wer nicht spurt, wird eben gekündigt – auch die Filialleiter. LIDL ist meiner Meinung nach einer der menschenverachtensten Arbeitgeber im Bereich Lebensmitteldiscounter. Wer dort arbeitet, ist in der Gosse der Verkäufer angekommen. Da helfen dann auch keine netten Kollegen mehr.
Weitaus erschreckender ist allerdings das Verhalten der LIDL-Kundschaft. Egal welche negative Meldung über das LIDL-Imperium herein platzt, die Kunden rennen weiterhin in die LIDL-Filialen als ob nichts gewesen wäre. Mobbing-Vorwürfe gegenüber den Mitarbeitern, Giftstoffe im Obst und Gemüse, krumme Geschäfte mit Greenpeace oder jetzt die Stasi-Methoden verdeckter Kontrolleure; egal was komme, es juckt die Kunden nicht. Sie reagieren nur über den Preis der Lebensmittel, und der ist bei LIDL nun mal unschlagbar günstig. Und so können die unsauberen Geschäfte bei LIDL ungehindert weiter gehen. Die Vorwürfe von außen werden bald wieder verstummen, und Vorwürfe von innen sind dank Androhung einer Kündigung eher die Ausnahme.
Doch was wäre, wenn die Kundschaft alle LIDL-Filialen zumindest für einen einzigen Tag meiden würde? Es gibt ja auch noch andere Discounter wie bspw. ALDI, Penny, Plus, etc. Für den Kunden wäre es sicherlich kein Problem, einen einzigen Tag einen Bogen um die LIDL-Filialen zu machen. Doch für den LIDL-Konzern wäre ein Umsatzausfall eines ganzen Tages ein herber Verlust. Doch so weit wird es nie kommen. Denn ehrlich gesagt ist die LIDL-Kundschaft meist noch ungebildeter und blauäugiger als die Mitarbeiter, welche sich auf diesen Ritt auf dem Kamel eingelassen haben.
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